Die ägyptische Luftwaffe hat am frühen Montagmorgen Stellungen der Terrormiliz IS in Libyen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf die Ermordung von Ägyptern durch den IS gewesen, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Die Flugzeuge hätten Stellungen sowie Waffen- und Munitionslager der Terrormiliz bombardiert. Die Ziele seien präzise getroffen worden.

Der Stabschef der libyschen Luftwaffe sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Arabija, auch libysche Flugzeuge seien an dem Einsatz beteiligt gewesen. Ein Korrespondent des TV-Senders Al-Dschasira berichtete jedoch auch, Kampfjets hätten Ziele in der Umgebung der ostlibyschen Stadt Derna angegriffen und es seien dabei auch Wohnviertel getroffen worden. Diese Angriffe hätten auch Todesopfer unter der Zivilbevölkerung gefordert. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Eine in Derna ansässige Terrorgruppe hatte dem IS im vergangenen Jahr die Treue geschworen. Anhänger der Terrormiliz hatten ein Video veröffentlicht, das die Tötung von 21 aus Ägypten stammenden koptischen Christen in Libyen zeigen soll. Ägyptens Präsident Abd al-Fattah al-Sisi hatte danach eine „angemessene Reaktion“ angekündigt.

Unterdessen wollen Frankreichs Staatspräsident François Hollande und sein ägyptischer Amtskollege al-Sisi eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Vordringen der IS-Terrormiliz in Libyen anberaumen. Die internationale Gemeinschaft müsse neue Maßnahmen ergreifen, um dieser Gefahr zu begegnen, hieß es am Montag nach einem Telefongespräch der beiden Staatschefs zur jüngsten Entwicklung in Libyen. Hollande zeigte sich nach der Ermordung von 21 Ägyptern durch die Terrormiliz mit al-Sisi solidarisch, teilte der Élysée-Palast mit. Beide kamen überein, für Frieden und Sicherheit in der Region wirken zu wollen. Sie wollten sich mit diesem Ziel auch weiterhin abstimmen. (dtj/dpa)