Ein frisch verheiratetes Ehepaar posiert auf der leeren Istiklal-Straße, der Haupteinkaufsstraße Istanbuls. Zur Eindämmung der hohen Corona-Fallzahlen besteht in der Türkei noch bis zum 17. Mai ein landesweiter Lockdown. Foto: Emrah Gürel/AP/dpa

Nach Beginn eines Lockdowns in der Türkei ist die Zahl der Neuinfektionen gesunken, die Corona-Fallzahlen bleiben jedoch auf hohem Niveau.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Millionenmetropole Istanbul lag vergangene Woche bei rund 360 Fällen pro 100.000 Einwohnern, wie das Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Vor Beginn des Lockdowns am 29. April hatte dieser Wert noch bei rund 530 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, davor sogar bei fast 1000 gelegen. Auch in den Urlaubsregionen sank die Sieben-Tage-Inzidenz. In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern waren nach offiziellen Angaben am Sonntag rund 15.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet worden.

Noch bis zum 17. Mai gilt in der Türkei ein strenger Lockdown. Alle Geschäfte, die nicht für den täglichen Bedarf nötig sind, sind geschlossen. Die Menschen dürfen nur aus triftigen Gründen auf die Straße, etwa zum Einkaufen oder Arztbesuch. Von den Ausgangsbeschränkungen ausgenommen sind bestimmte Berufsgruppen und Touristen. Vor allem die Ausnahmeregelung für Touristen stößt vielerorts auf Unverständnis.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte vergangene Woche bei einem Besuch in Berlin trotz hoher Corona-Infektionszahlen für Sommerurlaub in der Türkei geworben. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte deutlich gemacht, dass er mit der Türkei an Regelungen arbeiten will, um deutschen Touristen sicheren Urlaub in beliebten Ferienregionen des Landes zu ermöglichen.

dpa/dtj