Der Terrorangriff auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt in Paris mit insgesamt 17 Toten hat weltweit für Empörung gesorgt – auch bei Künstlern. Der französische Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Luc Besson hat in einem offenen Brief in der Zeitung „Le Monde“ sich an die jungen Muslime in seinem Land gewendet. Dass der Islam mit den Terrorangriffen in Verbindung gebracht wird, schmerze ihn sehr, schreibt er darin. Er beginnt seinen Brief mit den Worten „Mein Bruder“.

„Es ist unfair und wir werden gemeinsam die Ungerechtigkeiten besiegen“, verspricht der Regisseur in seinem Brief. Die beiden Attentäter, Said and Cherif Kouachi, die bei einem Angriff auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ 12 Menschen töteten, seien nicht die Repräsentanten des Islams. „Wisse, dass diese zwei blutigen Brüder nicht deine sind – wir alle wissen es“.

In dem Brief appelliert er auch an die Mächtigen des Landes, Lösung im Bereich Bildung und Wirtschaft zu finden, um die Probleme der muslimischen Jugendlichen zu lösen. „Helfen Sie den gedemütigten Jugendlichen, die nur bitten zu der Gesellschaft dazuzugehören. Die Wirtschaft ist zum Dienste des Menschen da und nicht umgekehrt“, mahnte der weltberühmte Franzose. In manchen Gebieten liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 50 Prozent. Besson kritisiert, dass in dem Land Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder wegen ihres Namens ausgegrenzt werden.

Die muslimischen Jugendlichen ermuntert der 55-Jährige in seiner Botschaft ihre Chancen in der Bildung zu suchen. „Es kostet 250 Euro einen Kalaschnikow zu kaufen aber weniger als drei Euro sich einen Kugelschreiber zu besorgen. Und deine Antwort wird eintausend Mal mehr Wirkung haben“, so Besson.

Seinen Appell an die Menschen in seinem Land beendet der Regisseur mit den Worten, dass Sie schon Morgen gemeinsam stärker und miteinander noch mehr verbunden sein werden: „Aber heute weine ich mit dir mein Bruder“. Angesichts der islam- und fremdenfeindlichen Stimmung in seinem Land, wie etwa durch die rechtsextremen Partei „Front National“ immer wieder geschürt, gibt es jede Menge Anlass zu Sorge – besonders unter Muslimen.