ARCHIV - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (r) und der französische Präsident Emmanuel Macron treffen sich am 25.05.2017 in Brüssel (Belgien) am Rande des Nato-Gipfels. Foto: Eric Feferberg/POOL AFP/AP/dpa
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Türkei im Hinblick auf ihre Militäroffensive in Syrien vor einer «Invasion» gewarnt. Sollte der Einsatz eine andere Wendung nehmen als eine Aktion gegen Terror und sich als Invasion herausstellen, «dann würde diese Operation für uns ein echtes Problem darstellen», sagte er der Zeitung «Le Figaro».

Die Türkei geht in der Region Afrin in Nordwestsyrien seit dem 20. Januar gegen die YPG vor. Macron sprach sich wegen der Offensive für Gespräche und Entscheidungen zwischen Europäern und «breiter unter Verbündeten» aus. «Denn sie verändert die Natur dieses türkischen Eindringens, und deshalb werde ich in den kommenden Tagen erneut mit (dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip) Erdogan sprechen.» Laut dem Blatt gab Macron das Interview nach einem Abendessen der armenischen Gemeinschaft Frankreichs in Paris.

Yildirim: Türkei geht nicht mit Logik der Besatzung vor

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Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim entgegnete: «Die ganze Welt weiß und sollte wissen, dass die Türkei keinesfalls mit einer Logik der Besatzung vorgeht.» Wenn Frankreich das so verstehe, müsse man seine Aktivitäten in Syrien genauso bewerten.

Gleichzeitig zu dem Vormarsch auf Afrin hatte seit Montag ein großer türkischer Militärkonvoi südlich des umkämpften Gebietes in der Provinz Aleppo für Aufsehen gesorgt. Aus Sicht von Menschenrechtlern will Ankara dort, Dutzende Kilometer von seiner Grenze und Afrin entfernt, eine Stellung errichten.

Macron hatte sich bereits kurz nach Beginn der Offensive in einem Telefonat mit Erdogan besorgt geäußert. Für Ankara ist die YPG der verlängerte Arm der kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit eine Terrororganisation.

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dpa/dtj
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