Der Imam der Marwa El-Sherbini Moschee, Abdulrahman Yousof (r), und der Moschee-Vorsitzende, Saad Elgazar, stehen am 01.07.2015 im Landgericht in Dresden (Sachsen) während des stillen Gedenkens an Marwa El-Sherbini vor einer Gedenktafel. Die Ägypterin Marwa El-Sherbini war am 1. Juli 2009 im Dresdner Landgericht in einer Verhandlung von einem Arbeitslosen erstochen worden - aus Rache und Islamfeindlichkeit.

Neun Jahre nach dem Tod von Marwa El-Sherbini wird in Bremen ein offizieller Platz in ihrem Namen eingeweiht. 

Schon neun Jahre ist es her. Am 01. Juli 2009 wurde Marwa El-Sherbini erstochen. Die Tat geschah vor den Augen ihres Ehemannes und ihres damals dreijährigen Kindes erstochen. 16 mal wurde auf die schwangere Frau eingestochen. Auch der Ehemann bekam 16 Stiche ab. Ein Polizist schießt in dem Chaos auf den Ehemann El-Sherbinis, weil er diesen für den Angreifer hält. Mit einer Not-Op konnte der Mann aber überleben. Marwa El-Sherbini aber nicht mehr. Es geschah nicht irgendwo, sondern im Verhandlungssaal des Dresdener Landgerichts. Der damals 28-jährige Täter war bekennender NPD-Anhänger. Er konnte sich nicht mit seiner Strafe für beleidigende Äußerungen abfinden. El-Sherbini hatte den späteren Täter angezeigt, weil dieser sie auf einem Spielplatz beleidigt hatte.

Tat wurde lange vernachlässigt

Lange wurde die Tat in Medien und Politik vernachlässigt. Jetzt ergreift der Bremer Beirat Östliche Vorstadt zusammen mit der Künstlerin Elianna Renner die Initiative. So wurde vergangene Woche der Marwa El-Sherbini Platz in Bremen eröffnet. El-Sherbini war in Ägypten geboren und lebte 2005 bis 2008 in Bremen.

Gedenkpavillon wurde mehrmals beschmiert

Am selben Ort wurde zudem das Gedenkpavillon für die Opfer rechtsextremer Gewalttaten wieder eingeweiht. Dieses Pavillon wurde bereits 2012 zu einem Gedenkort umgestalte, musste aber nach mehrmaligen Schmierereien restauriert werden. Davon blieb auch das Portait von El-Sherbini nicht unbeschadet.