Die Medienethik-Kommission (MEK) in der Türkei teilte in einer Pressemitteilung mit, dass sie in diesem Jahr keine Auszeichnungen für Journalisten vergeben werde. Die Kommission sei zu dieser Entscheidung gekommen, da sich die Medienlandschaft in der Türkei nach dem 17. Dezember 2013 stark verändert habe. Die Medien hätten sich in zwei Blöcke geteilt. Der größere Block berichte nicht regierungskritisch und werde stark durch die Regierung und die freie Wirtschaft unterstützt. Der etwas kleinere Block der Medien berichte regierungskritisch, werde seit dem 17. Dezember stark unter Druck gesetzt und bekomme keine Aufträge mehr aus der freien Wirtschaft.

Da sich aber nun auch jene Journalisten, die schon zuvor mit einem Preis der MEK ausgezeichnet worden waren, bedingt durch die neuen Gegebenheiten nicht mehr an die Regeln der Medienethik halten würden, sei von einer steigenden Qualität der Medien in der Türkei nicht zu sprechen. Auch die wenigen Journalisten, die kritisch berichteten, würden von ihren Vorgesetzten stark unter Druck gesetzt, nicht regierungskritisch zu berichten. All dies führe dazu, dass die freie Berichterstattung in der Türkei stark eingeschränkt werde, um keine kritischen Berichte über die von Korruptionsvorwürfen geplagte Regierung der Adalet ve Kalkınma (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung; AKP) zu berichten.

MEK-Auszeichnungen werden nur einmal vergeben

Auszeichnungen der MEK werden nur einmal vergeben. Damit werden Journalisten geehrt, die zur Beibehaltung und zur Steigerung der Qualität und Richtigkeit der Berichterstattung in der Türkei beitragen. Die Qualität und die Richtigkeit der Berichterstattung der Medien in der Türkei hätten nach dem 17. Dezember großen Schaden genommen.

Viele Journalisten könnten nicht mehr frei berichten. Es werde ein großer Druck seitens der Regierung auf die Medien ausgeübt. Neue Regelungen der Akkreditierung von den Journalisten führten dazu, dass regierungskritische Journalisten nicht mehr zu Pressekonferenzen zugelassen würden. Auch die freie Wirtschaft könne ihre Werbeaufträge nur an regierungstreuen Medien vergeben, um nicht selbst in Ungnade zu fallen. Die Zahl der unabhängigen, regierungskritischen Stimmen in der Türkei sei verschwindend gering geworden. All das habe dazu geführt, dass in der Türkei die Qualität und die Richtigkeit der Berichterstattung stark gelitten hätten. Aus diesem Grund sei die MEK zum Entschluss gekommen, in diesem Jahr keine Auszeichnungen zu vergeben.