Grubenunglück - Masina - Soma

Der türkische Ort Soma in der Provinz Manisa kommt seit dem Grubenunglück vom 13. Mai 2014 nicht zur Ruhe. Damals war unter Tage Feuer ausgebrochen und 301 Minenarbeiter kamen dabei ums Leben. Die Betreibergesellschaft Soma Kömür İşletmeleri AŞ hat jetzt insgesamt 2.831 Mitarbeitern gekündigt. Die Kündigung erhielten die Kumpel per SMS. Grund dafür ist, dass das Unternehmen kein Geld mehr habe, Löhne zu zahlen. Die Mitarbeiten sollen auch nicht in andere Gruben des Unternehmens übernommen werden.

Opposition fordert schnellen Sozialplan

Die Abgeordnete Sakine Öz von der oppositionellen Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei; CHP) warnte davor, dass ohne einen schnellen Sozialplan für die betroffenen Bergwerksarbeiter die Gerichte massenweise mit Schadenersatzforderungen überhäuft würden. Seit dem Unglück im Mai ist an diesem Ort ohnehin die Arbeitslosigkeit angestiegen.

Landrat fordert Wiedereröffnung von Gruben

Die Gruben in der Gegend bleiben weiterhin geschlossen. Das macht dem Landrat von Soma, Bahattin Atçı, große Sorgen: „Damit wir wieder wie früher leben können, müssen die Gruben wieder nach den erforderlichen Richtlinien und Sicherheitsbestimmungen in Betrieb genommen werden. Gleichgültig ob mit dieser oder einer anderen Firma.“

Die Massenentlassung hat auch bei der Gewerkschaft für Empörung gesorgt: „Wir stellen mit Trauer fest, dass trotz der großen Schmerzen und des Aufruhrs immer noch eine Menge Menschen nichts gelernt haben“, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft Maden-İş.

Die Abgeordnete Öz kritisiert ebenfalls die Lage, in der jetzt die fast 3.000 Menschen und ihre Familien stecken: „Den Kumpel hat man zuerst stirb gesagt und jetzt sagt man ihnen verhungere. Aber es gibt auch einen dritten Weg. Zuerst die Vorbereitungen treffen und dann mit der Betreibergesellschaft die Verträge kündigen und sämtliche Mitarbeiter als Angestellter des Öffentlichen Dienstes einstellen“.

Die AKP-Regierung hat sich zu den Massenentlassungen in Soma nicht geäussert.

Ermittlungen gegen Betreibergesellschaft halten an

Nach Katastrophe von Soma musste das Unternehmen drei Gruben schließen, später konnte eine wieder öffnen. Gegen den Vorstandsvorsitzenden von Soma Kömür İşletmeleri AŞ, Can Gürkan, seinen Geschäftsführer Ramazan Doğru und einen weiteren Mitarbeiter aus der Führung des Unternehmens wird ermittelt. Der Fall liegt vor Gericht.