05.02.2020, Türkei, Van: Rettungskräfte graben im Schnee um drei umgestürzten Fahrzeugen. Bei zwei Schneelawinen in der osttürkischen Provinz Van sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Foto: Yılmaz Sonmez/IHA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach zwei Schneelawinen in der osttürkischen Provinz Van ist die Zahl der Toten auf insgesamt mindestens 41 gestiegen. Das berichtete die Katastrophenschutzbehörde AFAD am Donnerstag. Am Mittwochabend war noch von 38 Toten die Rede gewesen. AFAD zufolge wurden außerdem 84 Menschen verletzt. Unter ihnen waren demnach Zivilisten und Retter, die bereits vor Ort gearbeitet hatten, um Verschüttete aus einem weiteren Lawinenunglück vom Dienstag zu finden.

An jenem Abend waren bei dem ersten Lawinenunglück in Van-Bahçesaray bereits fünf Menschen getötet worden. Ein Minibus und ein Fahrzeug, möglicherweise eine Baumaschine, waren von der Lawine überrollt worden. Acht Menschen seien nach diesem Unglück gerettet worden, meldete AFAD. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu von sieben Geretteten berichtet.

Ankara schickt Verstärkung nach Van

Nach dem zweiten Unglück seien bisher mehr als 30 Menschen lebendig geborgen worden, sagte Innenminister Süleyman Soylu laut Anadolu am Nachmittag. Wie viele Menschen insgesamt verschüttet wurden und wie viele noch unter den Schneemassen liegen, blieb zunächst unklar.

Die Rettungsarbeiten dauerten weiter an. Fernsehbilder zeigten mehrere Bagger und Menschen mit Schaufeln und langen Stangen, die in schwerem Schneetreiben in einer weißen Hügellandschaft arbeiteten. Aus dem Verteidigungsministerium in Ankara hieß es, man werde 75 Retter und Ausrüstung in einem Flugzeug zum Unglücksort senden. Anadolu berichtete, auch Innenminister Soylu sei auf dem Weg nach Van. In einer kurzen Stellungnahme des Präsidialpalasts hieß es, Soylu habe den Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan über die Lage unterrichtet.

Der Osten der Türkei wurde erst vor wenigen Tagen durch ein schweres Erdbeben erschüttert. Dabei kamen 41 Menschen ums Leben.

zuletzt akt. am 6.2.2020 um 23:06 Uhr

dpa/dtj