Jetzt ist der Neujahrsempfang des Bundespräsidenten schon mehr als eine Woche her und ich muss sagen, dass ich mich gerade in diesen Zeiten, in denen man aufgrund der Negativität, der Angst und Hysterie fast schon die Nachrichten meidet, gerne an diesen Tag zurück erinnere.

70 Bürgerinnen und Bürger wurden eingeladen, damit sich Deutschland repräsentativ durch den Bundespräsidenten bei ihnen für ihr Engagement bedanken kann. Es war tatsächlich eine Riesenehre unter diesen 70 zu sein, zumal ich so unglaublich viele Menschen in den letzten Jahren kennen lernen durfte, die so viel für unsere Gesellschaft tun.

Aber auch an diesem Tag habe ich so viele neue Menschen kennen lernen dürfen, die noch einmal gezeigt haben, wie facettenreich das Engagement in unserer Gesellschaft ist. Keiner in unserer Gesellschaft wird vergessen. Es gibt alles und jeden, die an alle gedacht haben und dieses Land versuchen in ihrer Reichweite zusammen zuhalten. Von krebskranken Kindern, Menschen, die nicht alleine sterben möchten, bis hin zu behinderten Menschen, Obdachlosen, alten Traditionen und Bräuchen, die man noch pflegt und zu pflegen versucht – es sind unzählige da, die unermüdlich jahrelang diese Arbeit leisten.

Und gerade denjenigen, die denken, man würde vor lauter Flüchtlingen die „eigene Bevölkerung“ nicht mehr sehen, möchte ich entschlossen entgegenrufen: „Nein, ihr wollt überhaupt nicht sehen. Ihr wollt überhaupt nicht gestalten. Ihr wollt lieber hinter euren Bildschirmen sitzen oder euch zu Bürgerwehren zusammenschließen und weiterhin Hass und Angst streuen. Ihr sucht die Solidarität in der Ausgrenzung, obwohl Millionen von Menschen euch unermüdlich versuchen mit einzubeziehen.“

Erinnern wir uns gerade in schwierigen Zeiten an das schöne Deutschland. In Zeiten, in denen man müde wird. In Zeiten, in denen man sich allein vorkommt. In Zeiten, in denen man verzweifelt ist. Erinnern wir uns daran, wenn es schwierig wird, dass wir nicht alleine sind. Wir sind alle mindestens zu zweit.

„Ihr steht für das schöne Deutschland in Zeiten, in denen man oft zu Gesicht bekommt, dass Deutschland auch hässlich sein kann“, sagte Gauck in seiner Rede.