Merkel in der Türkei eingetroffen

Gaziantep – Bundeskanzerlin Angela Merkel landete am Sonntag im südtürkischen Gaziantep und wurde am frühen Abend beim deutschen Truppenkontingent für den Nato-Einsatz zum Schutz der Türkei vor syrischen Raketenangriffen in Kahramanmaras erwartet. Die Kanzlerin will sich bei den rund 300 Soldaten über den Einsatz informieren, der vor gut sechs Wochen begonnen hat. Die deutsche Kanzerlin wurde zuvor vom türkischen Ministerpräsidenten eingeladen, der momentan an einem Forum in den Vereinigten Arabischen Emiraten teilnimmt.

Am Montag wird Merkel dann in die zentralanatolische Provinz Nevşehir reisen, den „Göreme National Park“ besuchen und sich anschließend in die türkische Hauptstadt Ankara begeben. Dort ist ein Besuch des „Anıtkabir“-Mausoleums von Mustafa Kemal Atatürk und ein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül geplant. In Ankara wird die Kanzlerin auch an einem deutsch-türkischen Businessforum teilnehmen.

Am Samstag war bereits Verteidigungsminister Thomas de Maizière auf Truppenbesuch in dem rund 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt liegenden Kahramanmaras. Er betonte den rein defensiven Charakter des Einsatzes und sicherte der Türkei die volle Solidarität der Nato gegen das Regime in Syrien zu.

Die USA, die Niederlande und Deutschland haben jeweils zwei „Patriot“-Abwehrstaffel stationiert. Ankara hatte die Nato um Hilfe gebeten, nachdem es zwischen der Türkei und dem syrischen Regime zu politischen Spannungen gekommen war. Bereits mehrmals waren in türkischen Ortschaften an der Grenze zu Syrien Geschosse aus dem bürgerkriegsgeplagten Land eingeschlagen und hatten türkische Bürger getötet.

Die nun von der NATO in der Türkei stationierten Abwehrraketen sollen im Ernstfall den Beschuss durch ballistische Boden-Boden-Raketen etwa des Typs „Scud B“ unterbrechen. In den letzten Wochen nutzte die syrische Armee wiederholt diesen Raketentyp, um in Nordsyrien von Rebellen besetzte Städte und Dörfer zu beschießen. Die syrischen Kurzstreckenraketen erreichen Ziele in mehr als 300 Kilometern Entfernung und richten große Zerstörung an. (dpa/dtj)