So harmonisch wie auf diesem Foto, auf dem zu sehen ist, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) neben Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, während einer Eröffnungszeremonie der türkisch-deutschen Universität Anfang 2020 einen Spiegel betrachtet, den sie als Geschenk erhalten hat, geht es zwischen Vertretern der EU und der Türkei schon länger nicht mehr zu
Archivfoto: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) neben Recep Tayyip Erdoğan während einer Eröffnungszeremonie der türkisch-deutschen Universität Anfang 2020. Foto: Tolga Bozoğlu/EPA POOL/AP/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt im Streit zwischen der Türkei sowie Griechenland und Zypern im östlichen Mittelmeer weiterhin auf Dialog. In einer Videokonferenz mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan habe Merkel am Montag die jüngsten positiven Signale und Entwicklungen im östlichen Mittelmeer begrüßt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin mit. Die Kanzlerin habe betont, dass es nun wichtig sei, in den strittigen Fragen Fortschritte im Dialog zu erreichen.

Merkel habe die Bedeutung stabiler und konstruktiver Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei bekräftigt, teilte Seibert weiter mit. Die Kanzlerin und Erdoğan hätten sich zudem über die Herausforderungen der Corona-Pandemie ausgetauscht und eine Reihe weiterer bilateraler und internationaler Themen erörtert. Details wurden zunächst nicht bekannt.

In dem Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland geht es auch um den Zugang zu Bodenschätzen. Dabei befindet sich die Türkei zudem im Streit mit Zypern. Im Verhältnis zwischen Deutschland und der türkischen Regierung hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Streit gegeben. Zuletzt kam es im November zu Verstimmungen, weil deutsche Soldaten als Teil der EU-Mission gegen Waffenschmuggel nach Libyen ein türkisches Frachtschiff durchsuchten.

Aus dem türkischen Präsidialamt hieß es, dass die Türkei an einer Verbesserung der Beziehungen zur EU interessiert sei. Eine faire und konstruktive Herangehensweise der EU an die Türkei sei für beide Seiten vorteilhaft, so Erdoğan.

dpa/dtj