Die Impfstoffentwickler und Eheleute Özlem Türeci und Uğur Şahin sind bei der Verleihung des 13. Deutschen Nachhaltigkeitspreises auf einem Bildschirm zu sehen. Sie erhielten am 4. Dezember 2020 einen Ehrenpreis. Foto: Henning Kaiser/dpa

Sie sei „mächtig stolz“, dass es in Deutschland solche Forscher wie Prof. Uğur Şahin und Özlem Türeci gebe, sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Şahin und seine Mitarbeiter werden derweil auch über Weihnachten arbeiten. In Großbritannien und den USA kommt der Biontech-Impfstoff bereits zum Einsatz. Bald wohl auch in Deutschland.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Entwicklung des ersten Corona-Impfstoffes durch den Mainzer Hersteller Biontech für den weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie hervorgehoben. „Wenn wir sehen, wie viele Menschen im Augenblick an Corona sterben, dann weiß man, wie viel Leben das retten kann“, sagte sie am Donnerstag in Berlin zu Beginn einer Videokonferenz mit den Firmengründern Prof. Uğur Şahin und Dr. Özlem Türeci. Sie freue sich auf den Tag, an dem das Impfen starten könne, wenn die EU-Zulassung erteilt werde.

Merkel betonte, die Bundesregierung sei „mächtig stolz“ darauf, dass es in Deutschland solche Forscher gebe. Das junge Unternehmen sei sehr schnell „ins Weltrampenlicht geraten“. Die Forscher hätten nicht die Flinte ins Korn geworfen, sondern an ihre Entwicklung geglaubt. Lob habe es am Rande des G-20-Gipfels auch vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gegeben, berichtete Merkel. Er habe einen hohen Respekt vor den beiden türkischstämmigen Gründern von Biontech.

Bund und Länder stellen sich auf einen Beginn von Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech und dessen US-Partner Pfizer am 27. Dezember ein. Die Bundesregierung setzt auf eine europäische Zulassung für den Impfstoff noch kurz vor Weihnachten.

Über Weihnachten im Dienst 

Die Gründer der Mainzer Firma Biontech haben Anstrengungen auch über die Feiertage angekündigt, damit ihr Covid-19-Impfstoff möglichst vor Jahresende ausgeliefert werden kann. „Unsere Mitarbeiter werden über Weihnachten arbeiten, dass das wirklich möglich ist, dass in jedem Land der Impfstoff ankommt (…)“, sagte Vorstandschef Şahin in der Videokonferenz mit Merkel. Für den Impfstoff von Biontech/Pfizer wird die Europäische Arzneimittelagentur EMA am kommenden Montag (21. Dezember) wohl grünes Licht geben.

Şahin betonte, man sei zuversichtlich, dass im nächsten Winter wieder ein „normales Leben“ möglich sei und nicht mehr die Notwendigkeit für einen Shutdown bestehe. Er betonte, unter anderem jahrzehntelange Arbeit zum Botenmolekül mRNA sei Grundlage für den Impfstoff gewesen. Die medizinische Geschäftsführerin Dr. Özlem Türeci sagte, in Großbritannien seien bereits mehr als 140 000 Menschen geimpft worden. Die Daten zur Verträglichkeit deckten sich mit den Erkenntnissen aus der klinischen Studie. „Das Etappenziel ist nun bald erreicht“, sagte Türeci mit Blick auf den erwarteten Einsatz des Vakzins in Deutschland. Der Marathon sei aber noch nicht vorüber.

Ein Video der besagten Konferenz ist unter diesem Link einsehbar.

dpa/dtj