In Baden-Württemberg ist ein örtlicher Ditib-Funktionär angegriffen worden. Während das Opfer glaubt, er sei von Gülen-Anhängern angegriffen worden, weist die Gülen-Bewegung die Vorwürfe zurück. Die Polizei ermittelt.

Im baden-württembergischen Bretten ist ein türkeistämmiger Mann von zwei maskierten Tätern angegriffen worden. Nach eigener Aussage ist Savas Celik, der auch Vorstandsmitglied bei der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) in Bretten ist, Mittwochabend von zwei Unbekannten und maskierten Männern von hinten angegangen, mit einem Messer bedroht und in eine Sackgasse dirigiert worden sein. Dort habe man seine Hände gefesselt und ihn aufgefordert, einige namentlich genanten Besucher der Moschee in Ruhe zu lassen. Außerdem habe man ihm mehrere oberflächliche Schnitt- und Stichverletzungen mit dem Messer zugefügt. Der 45-jährige Celik sagte türkischen Medienberichten zufolge außerdem auch, dass er nach der Identität der Täter gefragt habe. Man habe ihm lediglich gesagt, dass man „die Schwester der Gemeinde“ in Ruhe lassen soll. Als Celik nachgefragt habe, von welcher Gemeinde die Rede ist, sollen die Täter gesagt haben, dass sie zur Gülen-Bewegung (auch bekannt als Hizmet-Bewegung) gehören.

Gülen-Bewegung weist Vorwurf zurück

Die Gülen-Bewegung selbst verurteilte den Anschlag in einer Pressemitteilung und wies den Vorwurf zurück. Der Landesverband für bürgerschaftliches Engagement (LBE), der Ansprechpartner für Fragen rund um die Gülen-Bewegung in Baden-Württemberg ist, schrieb in einer Pressemitteilung, dass „Die Menschen der Hizmet-Bewegung, die seit vielen Jahren Verleumdungen, Folter, der sozialen Isolation sowie einer regelrechten Hexenjagd ausgesetzt sind, […] entgegen dieser Umstände niemals gewalttätigen Mitteln“ bedienten.. Ihre tiefe Überzeugung vom Prinzip der Gewaltfreiheit in jeder Situation habe sie stets davon abgehalten, Gewalt anzuwenden, heißt es weiter. Bevor man Anschuldigungen mache, solle man die Erkenntnisse der Polizei abwarten. 

Polizei ermittelt

Diese Ermittlungen dauern derweil an. Dennoch machte die türkische Presse bereits Anschuldigungen in Richtung der Gülen-Bewegung. Auch das türkische Konsulat in Karlsruhe schrieb bereits auf Facebook, dass Gülen-Mitglieder, die sie selbst als Terroristen bezeichnen, für die Tat verantwortlich seien.

Milderer Ton bei der DITIB

Mildere Töne kamen hingegen von der DITIB. „Mit diesem tätigen Übergriff haben die Terror-Übergriffe auf unsere DITIB-Moscheen eine andere, erschreckende Dimension erreicht“, so die DITIB in einer Presseerklärung vom Freitag. Weiter hieß es: Als DITIB-Verband rufen wir die Sicherheitsbehörden dazu auf, in alle Richtungen zu ermitteln und den Überfall zügig und mit Nachdruck aufzuklären.“

Die Ermittler der Kriminalpolizei bitten um Mitteilung von sachdienlichen Hinweisen aus der Bevölkerung, die er Kriminaldauerdienst Karlsruhe unter 0721/666-5555 entgegennimmt.

Ralf Minet, Pressestelle

Polizeipräsidium Karlsruhe
Telefon: 0721 666-1111
E-Mail: karlsruhe.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/