Wissenschaftler und Akademiker diskutieren in Mexiko über die Hizmet-Bewegung.

Die Konferenz fand auf dem Campus Fes Acatlan der Unam-Universität statt. Dr. James Harrington hielt dabei einen Vortrag über das Verständnis von Fethullah Gülen zum Recht im Allgemeinen und über das gegen diesen Anfang des vergangenen Jahrzehnts geführte Gerichtsverfahren in der Türkei im Besonderen.

Harrington betonte in seinem Vortag: „Die aktuellen Ereignisse in der Türkei, welche die Gülen-Bewegung zum Ziel haben, kommen fast schon einer Wiederholung des postmodernen Putsches vom 28. Februar 1997 gleich. Auch damals wurde die Hizmet-Bewegung diffamiert und diverser angeblicher Verfehlungen beschuldigt. Gülen hat sich aber auf dem juristischen Weg dagegen verteidigt und wurde auch wenig später von den Beschuldigungen der türkischen Justiz freigesprochen.“

Seit dem 17. Dezember, dem Tag, als umfangreiche Korruptionsermittlungen bekannt geworden waren, die bis in die Familien führender Regierungspolitiker reichen, behauptet Premierminister Erdoğan, die Hizmet-Bewegung wäre der Kristallisationspunkt einer Verschwörung in- und ausländischer Kräfte, die diese Ermittlungen in Auftrag gegeben hätten, um der Türkei zu schaden und die Regierung in Ankara zu stürzen.

Auch der Chefredakteur der Zeitschrift Cascada, Mehmet Sığınır, hielt einen Vortrag über die Entwicklung der Hizmet-Bewegung über die letzten fünf Jahrzehnte hinweg und über deren historische Ursprünge gehalten. Er betonte die Bedeutung  Said Nursi und dessen Hauptwerk Risale-i Nur für die Bewegung. Sığınır schilderte auch ausführlich die historische Entwicklungsdynamik der Bewegung und ihre Fähigkeit, sich auf lokale Voraussetzungen und Bedingungen einzustellen.

Rechtswissenschaftler Dr. Juan Manuel Portilla Gomez hingegen stellte die breite Repräsentanz der Bewegung in 160 Ländern, wie z.B. in Brasilien, dar und wie sie durch ihre Arbeit zu weltweiter Akzeptanz gelangen konnte.

Die vom islamischen Gelehrten und Prediger Fethullah Gülen inspirierte Freiwilligenbewegung Hizmet engagiert sich weltweit vor allem in der Bildungsarbeit – vor allem durch Privatschulen und Nachhilfeeinrichtungen -, im interreligiösen Dialog, durch eigene Medienprojekte und durch soziales Engagement, beispielsweise in Form von Hilfsdiensten wie „Kimse yok mu“ („Ist da jemand?“).