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Der Vorsitzende der ultranationalistischen türkischen Partei MHP sieht im geplanten Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak einen möglichen «Kriegsgrund» für sein Land. Das Referendum sei «ein Testlauf» für ein unabhängiges Kurdistan, sagte MHP-Chef Devlet Bahceli am Donnerstag in Ankara. «Dieses Referendum ist vollkommen zuungunsten der Türkmenen und der Türkei. Wenn nötig, muss dieses Referendum für die Türkei als Kriegsgrund gesehen werden», sagte Bahceli.

Die türkische Regierung hatte sich wiederholt gegen das geplante Unabhängigkeitsreferendum ausgesprochen. Am Mittwoch hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu versichert, die Grenzen zum Irak nach der Volksabstimmung vorerst nicht schließen zu wollen. Das Referendum sei «keine gute Idee», habe aber nichts mit den Handelsbeziehungen zwischen dem Nordirak und der Türkei zu tun, sagte Cavusoglu während seines Besuches bei Massud Barsani, dem Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend berichtete. 

Die Türkei unterhält zwar enge Beziehungen zur kurdischen Autonomieregierung im Nordirak, ist aber seit jeher gegen einen unabhängigen Kurdenstaat. Ankara befürchtet, dass ein solcher Staat separatistische Tendenzen unter den Kurden in der Türkei verstärken könnte. Kurden stellen rund 20 Prozent der etwa 80 Millionen Türken.

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dpa