Am Jahrestag des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau hat die Familie des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke Worte des Mitgefühls übermittelt. Foto: Boris Roessler/dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat anlässlich des Jahrestags des rassistischen Anschlags von Hanau versichert, dass alle Menschen in Deutschland sicher leben können müssten. „Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen“, sagte er in einem vom Bundesinnenministerium am Freitag auf Twitter verbreiteten Zitat. „Wir bieten denen die Stirn, die das Gift des Rechtsextremismus, des Rassismus und des Antisemitismus verbreiten und unsere freiheitliche Lebensweise bekämpfen.“

Der 43-jährige Deutsche Tobias R. hatte am Abend des 19. Februar 2020 neun Menschen mit ausländischen Wurzeln an mehreren Orten in der Stadt im Rhein-Main-Gebiet erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht. Die rassistische Tat hatte Entsetzen in ganz Deutschland ausgelöst. Die „Initiative 19. Februar Hanau“, ein Zusammenschluss von Hanauer Angehörigen, spricht unter anderem von einem „Versagen der Behörden vor, während und nach der Tat“.

Solidarität von Familie Lübcke

Auch die Familie des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der im Juni 2019 Opfer eines rechtsextremistischen Mords geworden war, hat Worte des Mitgefühls an die Hinterbliebenen der Opfer von Hanau übermittelt. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen“, heißt es in einer Stellungnahme der Familie. Es bleibe aber nicht nur Schmerz, sondern es gebe auch viele offene Fragen.

„Wir wünschen den Angehörigen von ganzem Herzen, dass ihre drängenden Fragen bald beantwortet werden. Es wird ihre Töchter und Söhne, Geschwister, Freundinnen und Freunde nicht zurückbringen. Es wird die Tat nicht ungeschehen machen. Aber es kann helfen, mit dem großen Schmerz und dem tiefen Verlust umzugehen und Kraft geben, weiter für unsere Werte Haltung zu zeigen“, erklärte die Familie.

dpa/dtj