Mitglied des Bush-Kabinetts künftiger Afghanistan-Präsident?

Wie das Informationsportal afghanistan.de unter Berufung auf geheime Quellen mitteilt, soll der ehemalige US-Botschafter für Afghanistan und Irak, Zalmai Khalilzad, mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst seine Kandidatur für das Präsidentenamt in Afghanistan bekannt geben.

Khalilzad, der aus dem Think Tank New American Century (PNAC) stammte sowie Berater der Ölgesellschaft Unocal war, bevor er ins Kabinett des 43. US-Präsidenten George W. Bush wechselte, gehört in den USA der Republikanischen Partei an. Er gilt als einer der einflussreichsten muslimischen Politiker in der zuletzt stark von islamfeindlichen Kräften unterwanderten Partei.

Der in Mazar-e-Sharif geborene Zalmai Khalilzad war von 2003 bis 2005 US-Botschafter der Bush-Administration in Afghanistan, ab Mitte 2005 wurde er als Nachfolger des renommierten John R. Bolton US-Botschafter im Irak und ab 2007 vertrat er die USA als deren Botschafter bei den Vereinten Nationen. Nach dem Sieg Barack Obamas bei der Präsidentschaftswahl 2008 wurde er durch Susan E. Rice ersetzt.

„Afghanistan wird für die Zukunft die dringende Unterstützung westlicher Staaten benötigen, insbesondere die der USA und Herr Khalilzad gehört zu den wenigen vertrauenswürdigen Personen für die Zeit nach 2014 und daher wird demnächst mit seiner Bekanntgabe der Kandidatur gerechnet”, zitierte das Portal eine „zuverlässige Quelle“, die gegenüber dem afghanischen Nachrichtenportal Khaama anonym bleiben wollte.

Zahlreiche Mujaheddin-Führer und Fernsehstation stehen hinter Khalizad

Die anonyme Quelle führte weiter an: „Herr Khalilzad genießt die volle Unterstützung der Republikanischen Partei in den USA, die zudem auch derzeit die Mehrheit der Stimmen im US-Repräsentantenhaus hält. Es wird auch eine große Gelegenheit für die Zukunft Afghanistans sein, zumal sich Khalilzad auch der Unterstützung im eigenen Land sicher sein kann. Er wird mit einem umfassenden Programm zur Präsidentschaftswahl antreten und aktuell befindet er sich bereits in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Parteien des Landes. So fanden unter anderem bereits Treffen mit Gul Agha Sherzoi sowie mit Mahmood Karzai statt. Herr Khalilzad wird seine Nominierung in naher Zukunft persönlich bekannt geben.”

Desweiteren soll Khalilzad sich zudem auch mit einer Anzahl ehemaliger Mujaheddin-Führer getroffen habe und indirekt seine Nominierung für die bevorstehenden Wahlen ausgehandelt haben. Das Wall Street Journal hatte bereits Anfang Dezember 2012 seinen Namen als möglichen Karzai-.Nachfolger genannt.

Einer der prominentesten Unterstützer einer Khalilzad Kandidatur sei unter anderem Ehsanullah Bayat, selbst Mitglied des afghanischen Senats und Besitzer der bedeutenden Fernsehstation Ariana Television ATV.