Es ist wieder so weit: Ramadan steht vor der Tür. Ein weiteres Jahr ist rum und Millionen Muslimen steht weltweit der Fastenmonat bevor. Sie verzichten dann von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr. Die Fastenden sollen außerdem ihre Zunge zügeln, das heißt sie sollen nicht schlecht von anderen sprechen, nicht fluchen oder beleidigen. Außerdem ist der Monat eine Gelegenheit in sich zu kehren und den Weg zu Gott erneut aufzusuchen. Viele Muslime verbringen die Fastenzeit mit Koranlesen und Beten.

In diesem Ramadan wird das Fasten besonders schwer, da es sich bei dieser Jahreszeit um die längsten Tage im ganzen Jahr handelt. Das heißt, dass die Sonne erst sehr spät untergeht. Während andere davon profitieren und diese langen Tage für Aktivitäten nutzen, wird es für viele Muslime in diesem Jahr eine Herausforderung bis zu später Stunde ohne Essen und Trinken auszukommen. In Deutschland fasten die Muslime mit 20 Stunden fast am längsten, während man in der Türkei und im Nahen Osten 16 Stunden oder weniger fasten muss. In skandinavischen Ländern, wie Norwegen, in denen die Sonne in den Sommermonaten niemals untergeht, haben islamische Gelehrte nach einer Lösung für die muslimischen Einwohner gesucht. Kein Muslim hat je 24 Stunden fasten müssen, denn niemand würde dies überleben. Aus diesem Grund entschieden sich die Gelehrten dafür, sich in diesen Ländern nach Saudi-Arabien, dem Zentrum der muslimischen Welt, zu richten. Andere Gelehrte empfehlen sich an dem nächsten muslimischen Land zu orientieren und zu der gleichen Zeit wie dieses Land sein Fasten zu brechen.

Das gemeinsame Fastenbrechen

Besonders schwer wird es in diesem Jahr in den vier einhalb Stunden, die man bis zum Sonnenaufgang hat, genügend Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Jeder, der fastet, weiß, dass man nach dem ersten Glas Wasser und etwas Suppe kaum noch Platz für weiteres Essen hat. Daher gilt es im Laufe dieser vier Stunden vor allem genügend Wasser zu trinken und sich die Zeit sinnvoll einzuteilen. Um die Zeit zu nutzen, bleiben viele Muslime bis zum Sonnenaufgang wach. Andere gehen nach dem Tarawih-Gebet (ein zusätzliches Gebet, das im Ramadan nach dem normalen Abendgebet Isha verrichtet wird) schlafen und erwachen kurz vor Sonnenaufgang zum Suhur (Vorfastenfrühstück), um noch etwas zu Essen oder zu Trinken.

Die ersten Tage sind am schwersten, doch im Laufe der ersten Woche, findet so langsam jeder seinen eigenen Rhythmus und beginnt diese heilige Zeit im Jahr zu genießen. Neben den Gebeten und der Nähe zu Gott, steht vor allem das Beisammensein der Familie im Vordergrund. Kaum ein Moslem bricht im Ramadan sein Fasten allein. Familie, Freunde und Nachbarn treffen hier zusammen, um gemeinsam an einem mit vielen Köstlichkeiten gedeckten Tisch, zu speisen.

Hauptbestandteil an jedem Ramadan-Tisch ist die Dattel. Für die Muslime ist es Sunna („Handlungsweise des Propheten Mohammed”) sein Fasten nach einem kurzen Bittgebet mit einem Glas Wasser und einer oder drei Datteln zu brechen. Daraufhin folgt eine Suppe, sowie verschiedene Gerichte (meistens mit Fleisch, um dem Fastenden fehlende Energie zu geben) und Salate und weitere Beilagen.

Obwohl beim Ramadan das Essen nicht im Vordegrund stehen sollte und man sich laut dem Propheten nicht den Bauch “vollschlagen”, sondern sich mit leichter Nahrung begnügen sollte, wurde es zur Tradition die Tische mit den leckersten Speisen zu bedecken. Daher beschäftigt sich nahezu jeder Fastende mit der Frage: “Was werde ich heute essen?”

Um Ihnen diese Entscheidung leichter zu machen, haben wir hier eine kleine Inspiration für Sie. Was halten Sie von einer Mercimek Çorbası (Linsensuppe) als Vorspeise, Etli Biber Dolması (gefüllte Paprika mit Hackfleisch) als Hauptspeise und etwas Baklava (Gebäck aus Blätterteig) als Nachspeise?

Etli Biber Dolması (gefüllte Paprika mit Hackfleisch)

Das beliebte türkische Gericht Biber Dolması. (yemek.net)

Biber Dolması gehört zu den beliebtesten türkischen Gerichten. Auch in Deutschland wird dieses Gericht gerne zubereitet, da es je nach Füllung sowohl für Fleischesser als auch für Vegetarier geeignet ist. Hierfür waschen Sie die Paprika, entfernen den Stängel vorsichtig mit einem Messer und schneiden den oberen “Kopf” der Paprika ab, der anschließend wieder genutzt wird, um die gefüllten Paprika zu zudecken.

Für die Füllung schälen Sie Zwiebeln und zerkleinern diese sehr fein. Anschließend geben Sie Hackfleisch, Reis und Knoblauch sowie klein gehackte Tomaten zu der Mischung hinzu. Zu dem ganzen geben Sie Salça (eine Tomatenmark-ähnliche-Paste aus Tomaten und Paprika) sowie passierte Tomaten hinzu. Nun würzen Sie das ganze mit Kekik (eine türkische Gewürzmischung), Salz, Pfeffer, getrockneten Chili und gehackter Petersilie. Durchmischen Sie das ganze gut und füllen Sie die Mischung vorsichtig in die grünen (je nach belieben auch roten oder gelben) Paprika. Nun werden sie mit dem “Paprika-Kopf” zugedeckt. Sortieren Sie die Paprika nebeneinander in einen Topf, geben Sie ein kleines Glas Wasser hinzu und den Rest der passierten Tomaten. Das ganze muss nun bei gleicher mittlerer Hitze und ständiger Kontrolle ca. 30 Minuten vor sich her köcheln. Wenn der Reis durch ist oder die Paprika eine leicht gelbliche Färbung annimmt, ist das Gericht fertig. Beim Anrichten kann man die Paprika und die Sauce auch mit etwas Joghurt oder Petersilie verzieren. Bei der arabischen Version dieses Gerichts füllt man den Reis nicht in die Paprika, sondern serviert ihn daneben.

Die genaue Anleitung für die Biber Dolması sowie weitere Rezepte finden Sie hier.

Wir wünschen allen Muslimen einen gesegneten Ramadan und ein schönes Fastenbrechen mit der Familie oder mit Freunden.