Moody’s gibt Türkei den ersehnten Investment- Grade

Der Ausblick sei stabil, teilte die internationale Ratingfirma mit und hob die Kreditwürdigkeit der Türkei auf „Baa1“, dem Minimalgütesiegel für Qualitätsinvestitionen. Grund sei die sich verbessernde Wirtschafts- und Finanzlage des Landes.

Die Bekanntgabe der Aufwertung der Türkei fällt mit dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan in den USA zusammen. Am Donnerstag wertete die Ratingagentur Moody’s die Türkei erstmals seit 21 Jahren wieder auf einem Investment- Grade. Bislang gab sie der Türkei die Note „Ba1“, welche stellvertretend für ein riskantes Investitionsland war.
Bis vor einem Monat hielt sich Moody’s noch verdeckt und lobte lediglich die positive Entwicklung der Türkei. Auch berücksichtigte sie den befriedigenden Umgang des Landes mit seinen Minoritäten. Vor allem der Annäherungsprozess mit den Kurden im Land wurde als wichtiger Schritt für ein Kredit- Upgrade diagnostiziert.

Türkische Wirtschaft steht „auf sicheren Beinen“ 

Zudem sei die Verschuldung des Landes seit 2009 um 10 Prozent gesunken. Damit steht sie mittlerweile bei 35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Türken können ihre Schulden zunehmend besser verwalten und finanzieren. Aufgrund der niedrigen Verschuldung vor allem im Ausland, brauch das Land nicht mehr die schwankenden Währungskurse zu fürchten. Zusätzlich kommen jährlich höhere Einnahmen des Staates hinzu.

„Dank rechtzeitiger Reformen steht unsere Wirtschaft auf sicheren Beinen. Schon länger aber steht die Türkei auf einer Höhe mit den entscheidenden Volkswirtschaften der Welt. Und das erkennen die Markt- Indikatoren endlich. Sie gleichen ihre Messungen der türkischen Realität zunehmend an“, sagte der stellvertretende Staatsminister Babacan am Donnerstag mit einem kritischem Unterton, der an die internationalen Ratingagenturen gerichtet war.

Sorgen macht der Ratingagentur jedoch das hohe Leistungsbilanzdefizit der Türkei. Aus diesem Grund sei eine Herabstufung des Landes, laut Moody’s Analystin Carlson, eine Option, die man sich als Beobachter natürlich jeder Zeit vorbehält. Gerade die teuren Energieimporte verursachen das negative Handelsbilanzdefizit am Bosporus. Die positive Nachricht aber ist, dass der Staat mit dem Aufbau eigener Energiequellen für Zuversicht sorgt. Auch Moody’s sieht die Entwicklung des Landes positiv.