Etwa 100 000 Gläubige strömten heute für das Festgebet zum Opferfest in die gestern eröffnete Zentralmoschee von Moskau. Das Festgebet wurde live im russischen Staatsfernsehen übertragen.

Die Moschee bietet nur Platz für etwa 10.000 Muslime. Sie wurde am Mittwoch im Beisein von Recep Tayyip Erdoğan und Mahmud Abbas von Wladimir Putin eröffnet.

Der Vorsitzende des Mufti-Rats in Russland, Ravil Gaynuddin, dankte in seiner Predigt allen Beteiligten, die sich für die Neueröffnung der Moschee eingesetzt hatten.

Offizielle Statistiken, wie viele Muslime in Russland leben, gibt es nicht. Geschätzt wird ihre Zahl auf 15-20 Millionen.

Putin: Islam gehört zu Russland

Präsident Putin gratulierte in einer Mitteilung den Muslimen zum Opferfest und sagte, dass solche Feste dazu beitrügen, die Menschen einander näher zu bringen. Der Dialog zwischen den einzelnen Religionsgemeinschaften in Russland sei wichtig, um den gesellschaftlichen Frieden zu gewährleisten.

Putin hatte am Mittwoch den Islam als „eine der traditionellen russischen Religionen“ bezeichnet. Die „majestätische“ Moschee passe zur „Hauptstadt eines geeinten, multinationalen und multikonfessionellen Landes“.

Auch Premierminister Dmitri Medwedew ließ eine Pressemitteilung veröffentlichen. Darin bezeichnete er Tage wie das Opferfest als „spirituelle Krönung“ des Islam.

Der Imam der Moschee, İldar Alyautdinov, der zugleich Mufti der russischen Hauptstadt  ist, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Cihan seinen Dank an die Türkei, die einen großen Anteil bei der Finanzierung der Moschee hatte. „Ich wünsche dem türkischen Volk ein frohes Fest“, schloss der Imam seine Worte.

Da es in der neuen Zentralmoschee von Moskau keinen Platz mehr gab, beteten die Gläubigen auf der Straße.