Der Koran von Hz. Osman in Topkapi - zaman

Die Bayerische Staatsbibliothek hat neun Blätter aus einem Koran des 9. Jahrhunderts für rund 51 000 Euro ersteigert. Diese stellten eine „ausgezeichnete Ergänzung“ zur Sammlung der 175 Koranhandschriften in Form von vollständigen Kodizes und Koranteilen im Besitz des Hauses dar, teilte die Bibliothek am Mittwoch in München mit. Da Korane aus dieser Zeit in der Regel nur als fragmentarische Einzelblätter angeboten werden, sei der Erwerb dieser gut erhaltenen Blätter aus einer Handschrift umso bemerkenswerter.

Laut Mitteilung sind die Surenüberschriften und die Fünferzählung der Verse in Gold ausgeführt. Dies lasse auf einen Auftraggeber im höfischen Bereich schließen. Die verwendete sogenannte Kufi-Schrift sei heutzutage selbst für Araber schwer zu entziffern, weil gleich mehrere Konsonantengruppen mit einem einzigen Buchstaben ausgeführt sind.

Die Münchner Koransammlung ist so alt wie die Bibliothek selbst, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Korane werden seit 1558 gesammelt, als Herzog Albrecht V. die Bibliothek des Orientalisten Johann Albrecht Widmanstetter als Gründungsbestand für die damalige Münchner Hofbibliothek ankaufte. In den vergangenen 50 Jahren wurde der Koran-Bestand mit Handschriften wie etwa dem einzigartigen Goldkoran aus dem späten 11. Jahrhundert und Spitzenstücken aus dem 9. bis 19. Jahrhundert erheblich erweitert. Insgesamt besitzt die Staatsbibliothek heute nach eigenen Angaben 17 000 orientalische Handschriften, darunter 4400 aus dem islamischen Kulturkreis. (KNA)