Mugabe: Seit 1980 an der Macht und kein bisschen amtsmüde

Im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe haben am Mittwoch die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ohne Zwischenfälle begonnen. Rund 6,4 Millionen Menschen sind im Südosten Afrikas aufgerufen, auch über die Zukunft von Präsident Robert Mugabe zu entscheiden. Der 89-Jährige dominiert das Land seit 1980 mit eiserner Hand. Mugabe betonte, dass er auch eine Wahlniederlage akzeptieren würde. „Wenn Du verlierst, musst Du Dich gegenüber dem Sieger geschlagen geben. Ich werde den Regeln folgen“, sagte er in Harare.

Die Abstimmung wird überschattet von Befürchtungen, die Wahl könnte manipuliert werden. Mugabes wichtigster Herausforderer, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai (61) warnte angesichts fragwürdiger Wählerlisten vor der Gefahr des Wahlbetrugs. Mugabe hatte dagegen im Wahlkampf versichert, es werde keine Betrügereien geben. Wahlbeobachter sind aus Afrika und Staaten wie China, Russland oder dem Iran zugelassen. Experten der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union hatte Mugabe abgelehnt.

Die Wahlbeteiligung am Mittwoch war bis Mittag nach Ansicht von afrikanischen Diplomaten in Harare deutlich höher als bei dem Verfassungsreferendum im März. Damals hatten die Simbabwer mit überwältigender Mehrheit einer neuen Verfassung zugestimmt. Sie schränkt die bisher sehr große Macht des Präsidenten etwas ein und gibt Frauen einen größeren politischen Einfluss.

Wahlen in Simbabwe waren oft geprägt von Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen. Bei der letzten Abstimmung 2008 fielen mehr als 200 Menschen politisch motivierter Gewalt zum Opfer.

Ein Ergebnis der Wahl wird bis spätestens zum Wochenende erwartet. Sollte keiner der fünf Präsidentschaftskandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, gibt es am 11. September eine Stichwahl. (dpa)