In Haifa kamen vergangenen Freitag 1.000 Juden und Muslime zusammen, um sich für Tierrechte einzusetzen und auf veganes Leben aufmerksam zu machen. Aus dem gemeinsamen Projekt entstand auch eine große Freundschaft.
In Haifa kamen vergangenen Freitag 1.000 Juden und Muslime zusammen, um sich für Tierrechte einzusetzen und auf veganes Leben aufmerksam zu machen. Aus dem gemeinsamen Projekt entstand auch eine große Freundschaft.

Der Tod eines berühmten Löwen aus Simbabwe hat weltweit für Empörung gesorgt. Im Fokus des vor allem auf Sozialen Medien und in Presseberichten ausgedrückten Ärgers steht der amerikanische Großwildjäger Walter Palmer, der den Löwen „Cecil“ unter fragwürdigen Umständen erlegt hat. Der 55-jährige Zahnarzt hatte das Tier aus der Schutzzone gelockt, es erst offenbar erst mit einem Pfeil verwundet, anschließend getötet und geköpft. Dies löste nicht nur bei Tierschützern Proteste aus, das gesamte Netz trauert um Cecil.

Erst kürzlich waren 1.000 muslimische und jüdische Demonstranten in der israelischen Stadt Haifa zusammengekommen, um auf Tierrechte und Veganismus aufmerksam zu machen. Unter dem Motto „Wir sind alle ihre Stimme: Zusammenkommen für die Tiere“ veranstalten die Aktivisten vergangenen Freitag einen Protestmarsch.

Die Aktion, die von muslimischen und jüdischen Tierschützern organisiert worden war, ist nicht nur ein Protest im Sinne der Tierrechte, sondern auch ein starkes Zeichen für die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Gemeinden in den vergangenen zwei Jahren. Ihre drei Botschaften sind: die Öffentlichkeit auf das Tierleid und auf die veganenen Aktivisten im Nodern Israels aufmerksam zu machen sowie eine Großveranstaltung zu organisieren, in der beide Gemeinden zusammenkommen und kollaborieren können.

„Jedes Lebewesen ist es wert, zu leben“

In einem Interview gegenüber dem Onlinemagazin „The vegan woman“ sprachen die beiden Organisatoren über den Protestmarsch. Sharbel Balloutine, ein Vegan-Verfechter, Autor und Gründer der arabischen Tierrechtsorganisation „Der vegane Mensch“ und Shlomi Hillel, ein bekannter veganer Tierrechtaktivist und ehemaliger Vorsitzender von „The Vegan North“, erklärten, dass sich beide Organisationen zusammengeschlossen hätten, um auf das gemeinsame Ziel aufmerksam zu machen. Mit Hilfe der sozialen Medien erreichten sie dann eine größere Zielgruppe als mit Flyern und Prospekten. Neben der engen Zusammenarbeit entstand auch eine Freundschaft!

Die Nahost Region gerät seit Jahrzehnten vor allem auf Grund negativer Entwicklungen wie Gewalt und Hass in die Schlagzeilen. Bei der Zusammenarbeit der beiden Tierrechtsorganisationen kam es jedoch kaum zu Spannungen untereinander. Sie erinnerten sich stets gegenseitig daran, dass es wichtig ist, zusammenzukommen und sich für die Tiere einzusetzen. Durch den gemeinsamen Marsch zeigten sie, dass das Leben aller Männer und Frauen zählt und jeder es wert ist, zu leben.

„Jede Kuh, jedes Schwein ist es ebenso wert zu leben, wie wir Menschen. In ihren Venen fließt auch Blut, sie können atmen, sie leiden und lieben. Unser Ziel ist es zu zeigen, dass kein Lebewesen mehr wert ist als ein anderes, nur weil das eine schwächer ist“, erklärt Sharbel Balloutine in dem Interview. Viele Menschen könnten mit dieser Botschaft nichts anfangen, doch sie würden solange weitermachen bis sie bei ihnen ankommt. Solange Tiere leiden, würden sie sich mit ihren Stimmen für sie einsetzen.