Der Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ mit insgesamt 12 Toten darf nicht zu einer Spaltung in den Gesellschaften führen. Nichtregierungsorganisationen, Politiker, Regierungen und Religionsgemeinschaft haben weltweit zum Zusammenschluss gegen Gewalt aufgerufen. Besonders Muslime wehren sich dagegen, dass in ihrem Namen gemordet wurde. In den sozialen Medien lassen sich Muslime mit Plakaten mit der Aufschrift „Not in my name“ ablichten.

Muslime in Frankreich verurteilen Terroranschläge von Paris in Freitagsgebeten

In den Moscheen in Frankreich soll beim heutigen Freitagsgebet das Massaker mit den 10 getöteten Journalisten verurteilt werden, kündigten die muslimischen Verbände des Landes an. Einen Tag nach der Katastrophe besuchte eine Delegation von Imamen den Tatort. Einer der Imame habe die Täter als „Kriminelle“, „Barbaren“, „Teufel“ bezeichnet, heißt es.

Auch zwei Muslime unter den Toten

Landesweit gehen die Menschen in Frankreich immer wieder auf die Straßen, um bei den Demonstrationen ihre Solidarität mit allen Opfern zum Ausdruck zu bringen. Unter den 12 Ermordeten waren auch zwei Muslime. Die Terroristen unterschieden nicht unter ihren Opfern.

Muslimverband VIKZ: „Wir verurteilen diesen feigen Akt auf das Schärfste“

Auch in Deutschland wollen die muslimischen Gemeinden sich mit den Opfern des Terrorangriffs solidarisieren und den Anschlag zum Thema in ihren Predigten machen. Zuvor hatten bereits alle relevanten deutschen Muslimverbände den barbarischen Mord an den Journalisten in aller Schärfe verurteilt. „Terror hat keinen Platz in irgendeiner Religion und ist mit islamischen Werten nicht vereinbar. Wir verurteilen diesen feigen Akt auf das Schärfste. Unser Beileid und tiefstes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen“, heißt es etwa in der Stellungnahme des Verbandes der Islamischen Kulturzentren.

Warnung vor Instrumentalisierung des Terroranschlags

Unterdessen warnen Politiker davor, dass der Terroranschlag von Paris instrumentalisiert wird. Die Vorsitzende des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen forderte bereits in einer Mitteilung auf dem Nachrichtendienst Twitter die Todesstrafe. Auf mehrere Moscheen in Frankreich hatte es schon Anschläge gegeben, bislang ohne Tote und Verletzte. In Deutschland hatte das Pegida-Bündnis auf ihren Demonstrationen in den vergangenen Monaten immer wieder islamfeindliche Stimmung verbreitet. An den Demonstrationen sind immer wieder auch Neonazis zu sehen.

„Es ist unsäglich, wenn jetzt – auch in Deutschland – Stimmen laut werden, die diesen schrecklichen Anschlag für eine Politik des Ressentiments gegen Muslima und Muslime instrumentalisieren wollen“, heißt es in einer Erklärung der Grünen-Bundestagsfraktion.

Die Entwicklungen in den vergangenen zwei Tagen zeigen, dass alle demokratischen Kräfte, Religionsverbände, Parteien und Menschen näher zusammenrücken müssen. Zu groß ist die Gefahr, dass Terroristen und Extremisten einen Keil zwischen die Menschen treiben möchte. Das aber darf nicht passieren.