Muslimische Lebenswirklichkeit zu Gast am Neckar

Sie kommen aus der Türkei, dem Iran, Deutschland, dem Kosovo, Sri Lanka, Afghanistan, dem Irak, Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Malaysia, Marokko. Unterschiedlicher könnten ihre Wurzeln nicht sein. Doch außer dem gemeinsamen Wohn- und Studienort haben sie einen weiteren Berührungspunkt. Die Mitglieder der Muslimischen Studierendengruppe teilen denselben Glauben und sind in den letzten Wochen und Tagen nicht nur mit dem Studieren beschäftigt.

Denn sie haben anerkannte Referenten aus der deutschsprachigen muslimischen Community in die altehrwürdige Universitätsstadt am Neckar eingeladen, um Studenten wie Interessierten einen Einblick in die Lebenswirklichkeit junger deutscher Muslime zu geben. Beim Auftakt am Montag standen der Koran, das heilige Buch der Muslime, und die Scharia, das islamische Rechtssystem, im Vordergrund. Gestern wurde die Reihe mit einem Vortrag über den Propheten Mohammed fortgesetzt.

Im Rahmen der „Heidelberger Islamwochen“ werden auch zwei Moscheeführungen angeboten. Die erste findet an diesem Freitag im Vorfeld des Freitagsgebets statt. Der Freitag gilt den Muslimen, ähnlich wie der Samstag den Juden und der Sonntag den Christen, als heilig. Demnach sind zur Mittagszeit alle Gläubigen dazu verpflichtet, jegliche Geschäfte ruhen zu lassen, um sich in der Moschee zum gemeinsamen Gebet zu treffen.

Ziel der Veranstaltung, die am 12. Dezember mit einer interreligiösen Podiumsdiskussion zum Thema „Religionsfreiheit“ abschließt, ist es nicht nur, einen kulturellen Austausch auf akademischem Niveau zu erreichen, sondern den teilnehmenden Muslimen auch die Möglichkeit zu bieten, sich in einem universitären Rahmen weiterzubilden.
Mustafa Görkem