Mutmaßliche türkische Linksterroristin vor Gericht

Berlin (dpa) -Eine mutmaßliche türkische Linksterroristin steht seit Donnerstag in Berlin vor Gericht. In dem Prozess vor dem Staatsschutzsenat des Kammergerichts wirft die Bundesanwaltschaft der 42-Jährigen die Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung «Revolutionäre Volksbefreiungspartei – Front» (DHKP-C) vor. Als deren Europachefin soll sie die Beschaffung von mehr als einer Million Euro für Anschläge in der Türkei organisiert haben. Der von verstärkten Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Prozess findet in Berlin statt, weil der Frau hier der Haftbefehl verkündet wurde.

Was ist die DHKP-C?
Laut Generalbundesanwalt ist die 1994 gegründete DHKP-C eine linksextremistische ausländische Vereinigung. – Ihr Ziel ist es, das Regierungssystem der Türkei durch einen revolutionären Umsturz zu beseitigen. – Errichtet werden soll ein kommunistisches System mit marxistisch-leninistischer Prägung. – Die Organisation hat laut Generalbundesanwalt in der Türkei zahlreiche Brand- und Sprengstoffanschläge verübt sowie Menschen getötet, seit 2001 werden auch Selbstmordattentäter eingesetzt. – Die DHKP-C hat in Europa feste Strukturen, über die Gelder, Waffen und militärische Ausrüstung für terroristische Aktivitäten beschafft werden. Zudem wird Europa als Rückzugsraum genutzt. – In Deutschland ist die Organisation seit 1998 verboten.