Unbekannte haben nahe einer Flüchtlingsunterkunft in Möckern (Sachsen-Anhalt) einen Galgen aufgestellt. Die Polizei geht von einem politischen Motiv aus, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Der Staatsschutz ermittelt wegen einer Androhung von Straftaten und prüft auch den Verdacht der Volksverhetzung. Der Galgen war bereits am Sonntag von einem Zeugen entdeckt und von der Polizei sichergestellt worden. Er befand sich knapp 300 Meter von einer Unterkunft für 400 Flüchtlinge in Altengrabow entfernt. Der Galgen war drei Meter hoch, aus Holz gebaut und mit einem Strick versehen.

Zuvor hatte eine Galgen-Attrappe bei einer Demonstration der ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung in Dresden für Aufsehen gesorgt. Ein Mann aus Schwarzenberg hatte sich zu dieser Tat bekannt. Dabei soll es sich laut seinem Anwalt um „Satire“ gehandelt haben. Der 39-Jährige hatte den Galgen in seiner Werkstatt selbständig gebaut. In den sozialen Medien wird der Galgen-Bauer stellenweise als „mutiger Bürger“ gelobt. Bisher habe sich die Polizei nicht bei seinem Mandanten gemeldet, erklärte Anwalt Kohlmann, Pro Chemnitz-Gründer und Fraktionschef im Stadtrat. Er hält die Vorwürfe für unbegründet, da heftige und scharfe Kritik in der politischen Auseinandersetzung erlaubt sei.

Die Attrappe nahm SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Visier. (dpa/dtj)