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Nach über fünf Jahren: Freispruch für türkische Fußball-Ultras aufgehoben

Pro Fußball und weitestgehend Anti-Erdoğan: Beşiktaş-Fans und -Ultras von der Gruppierung „Çarşı“. Foto: siddethikayeleri.com

Ein Prozess gegen 35 türkische Fußballfans wegen ihrer Beteiligung an den regierungskritischen Gezi-Protesten vor mehr als sieben Jahren wird neu aufgerollt.

Das Berufungsgericht in Ankara hob am Mittwoch einen Freispruch auf, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Während der Gezi-Proteste im Sommer 2013 hatte vor allem der Beşiktaş-Fanclub Çarşı eine wichtige Rolle gespielt. Viele Çarşı-Ultras nahmen an den Demonstrationen teil.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Fußballfans unter anderem vorgeworfen, die Gezi-Proteste als Vorwand genutzt zu haben, um die Regierung zu stürzen. Ihnen waren zudem Bildung einer terroristischen Vereinigung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen worden. Im Dezember 2015 wurden die Fans aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Anwalt und Çarşı-Mitglied Mehmet Derviş Yıldız sagte auf Anfrage, er habe aus den Medien vom Urteil erfahren. Sie hätten damals nur ihre demokratischen Rechte genutzt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

dpa/dtj

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