Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan trifft am heutigen Dienstag zusammen mit sechs Ministern zu seinem Besuch in Teheran ein. Am Vortag hat er überraschend noch den stellvertretenden saudischen Kronprinzen empfangen.
ARCHIV - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist am Mittwoch in Teheran eingetroffen. Mit seinem iranischen Amtskollegen Hassan Ruhani wird er unter anderem das umstrittenen Kurdenreferendum in Nordirak sowie die jüngsten Entwicklungen im Syrien-Konflikt besprechen. Laut iranischen Medien sollen auch neue Wirtschaftsprojekte vereinbart werden. Das iranische Außenministerium nannte den Besuch den Beginn einer neuen Ära der bilateralen Beziehungen. Erdogan wird auch Irans obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, treffen.
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Nach Luftangriffen in der syrischen Provinz Idlib hat das türkische Außenministerium in Ankara nach einem Bericht den russischen und den iranischen Botschafter einbestellt. Grund sei die Beunruhigung über das Vorgehen der Regierung von Baschar al-Assad in Idlib, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag.

Russland und der Iran als Verbündete der Regierung und die Türkei als Unterstützer der Rebellen hatten Idlib im vergangenen Jahr zu einer sogenannten Deeskalationszone erklärt. Dennoch nahm die Gewalt in dem Gebiet an der Grenze zur Türkei zuletzt zu.

21 Zivile waren ums Leben gekommen

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Am Sonntag waren nach Angaben von Aktivisten bei Luftschlägen in der nordwestlichen Provinz mindestens 21 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte macht die syrische und die russische Luftwaffe für die Bombardierungen verantwortlich.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf der syrischen Regierung nach Angaben von Anadolu vor, eine politische Lösung in Syrien zu untergraben. Unter dem Vorwand, gegen den Al-Kaida-Ableger Fatah al-Scham, die frühere Al-Nusra-Front, zu kämpfen, «greifen die Streitkräfte des Regimes in Syrien auch gemäßigte Oppositionelle an», sagte Cavusoglu demnach. «Diese Haltung sabotiert den politischen Lösungsprozess.»

Idlib ist die einzige Provinz in Syrien, die noch von Rebellen kontrolliert wird. Sie werden vom syrischen Ableger der Terrororganisation Al-Kaida dominiert.

 

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dpa/dtj
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