Der Vorsitzende der İHH, Bülent Yıldırım, rief alle Muslime dazu auf, sich zu vereinigen, um die al-Aqsa-Moschee zu beschützen.

In Istanbul und Ankara kam es aus Anlass der umstrittenen Polizeiaktion israelischer Sicherheitskräfte am Tempelberg in Jerusalem zu Protestkundgebungen. Dabei rief die in einigen Ländern Europas als terroristisch eingestufte „Vereinigung für humanitäre Hilfe“ (İHH), die bereits die Mavi-Marmara-Aktion im Jahre 2010 organisiert hatte, offen zu Gewalt gegen Israel auf.

Der Vorsitzende der İHH, Bülent Yıldırım (Foto), rief alle Muslime dazu auf, sich zu vereinigen, um die al-Aqsa-Moschee zu beschützen. Er behauptete, Israel hätte Bomben im Inneren der Moschee detonieren lassen und einen Koran zu Boden geworfen. Yıldırım beschuldigte die islamischen Führer der Welt, sie würden „still in ihren Villen und Palästen sitzen“. Außerdem wurde von Seiten der İHH die Forderung geäußert, die die im Gazastreifen regierende palästinensische Hamas solle Israel „treffen“.

In Ankara begann eine Gruppe Demonstranten, die sich vor der israelischen Botschaft versammelt hatten, Steine auf das Gebäude zu werfen. Die Polizei benutzte Tränengas, um die Menge zu zerstreuen. Auch diese Aktion war von der İHH organisiert worden.

Bereits während der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen kam es im Juli 2014 zu schweren Ausschreitungen vor der israelischen Botschaft in Ankara und dem israelischen Konsulat in Istanbul. Türkische Medien berichteten damals, in Istanbul habe die Polizei die Demonstranten in der Nacht zu Freitag mit Wasserwerfern und Tränengas daran gehindert, in das israelische Konsulat einzudringen.