Islamische Religionsgelehrte haben sich für Besuche von Muslimen in der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem ausgesprochen. Ein entsprechendes Gutachten verabschiedeten Teilnehmer während einer mehrtägigen Jerusalem-Konferenz in Amman, wie die jordanische Tageszeitung „Jordan Times“ berichtete. Sie wandten sich damit gegen eine Forderung des einflussreichen Predigers Yusuf al-Qaradawi in Katar. Dieser verlangte, Reisen nach Jerusalem zu unterlassen, um gegen die seit 1967 währende israelische Besetzung des Ostteils der Stadt zu protestieren.

Auf der gemeinsamen Tagung von der Islamischen Universität in Amman, Palästinenservertretern und der Islamischen Weltliga betonten Teilnehmer den Solidaritätsaspekt solcher Besuche durch ausländische Muslime. Dies dürfe jedoch nicht zu einer stillschweigenden Akzeptanz der Besatzung führen. Die Unterzeichner des Gutachtens appellierten an muslimische Jerusalem-Pilger, auf ihrer Reise israelische Dienstleister und Geschäfte zu meiden.

Der Jerusalemer Tempelberg mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom ist die drittheiligste Stätte des Islam nach Mekka und Medina. Palästinensische Muslime werfen dem Staat Israel und jüdisch-nationalistischen Gruppen vor, das Areal jüdisch besetzen zu wollen. (KNA/dtj)