28.11.2021, Kanada, Toronto: Basketball: NBA, Toronto Raptors - Boston Celtics; Hauptrunde, Hauptrunde-Partien, 40. Spieltag: Enes Kanter (13) von den Boston Celtics umkurvt Precious Achiuwa von den Toronto Raptors in der ersten Halbzeit. Foto: Chris Young/The Canadian Press via AP/dpa

Der politisch engagierte türkische NBA-Profi Enes Kanter ist seit heute US-Bürger und trägt darüber hinaus einen anderen Nachnamen: Freedom.

Einen entsprechenden Bericht von „The Athletic“ bestätigte sein Agent der Deutschen Presse-Agentur. Ein Gericht habe die Namensänderung von „Enes Kanter“ zu „Enes Kanter Freedom“ genehmigt, die US-Staatsangehörigkeit trete um 16.00 Uhr Ortszeit in Kraft.

Der Teamkollege von Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder bei den Boston Celtics hat es sich mit seiner Kritik schon vor langer Zeit mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan verscherzt. Schon seit 2017 soll sein türkischer Pass eingezogen sein, Kanter gilt als staatenlos. Zuletzt war der 29-Jährige mit Kritik an China und den Menschenrechtsverletzungen des nächsten Olympia-Gastgeberlandes vor allem gegen die Uiguren und in Tibet aufgefallen.

Enes Kanter Freedom: Chinesischer Machthaber ein „Tyrann“

Seit dem 20. Oktober – dem Tag, an dem die Celtics ihr erstes Spiel der neuen NBA-Saison hatten – hat Kanter neun Tweets abgesetzt. Zuletzt postete er am Samstag, dass der chinesischen Regierung und dem „Tyrannen“ Xi Jinping die Gastgeberrolle für die Olympischen Spiele nicht gestattet werden dürften.

Dazu veröffentlichte er Fotos seiner Basketballschuhe in einem speziellen Design – unter anderem mit den Slogans „Kein Peking 2022“, „Keine Rechte – Keine Spiele“ und „Verschiebt die Spiele“. Dem Markenriesen Nike warf er vor, sich in den USA zwar für die Rechte von Minderheiten einzusetzen, nicht aber in China.

Dort werden die Spiele der Celtics seitdem übrigens nicht mehr ausgestrahlt oder stark zensiert.

dpa/dtj