Es ist einer dieser wunderschönen warmen Tage in dieser Woche, in der Apotheke herrscht reger Betrieb. Eine Kundin kommt hinein: „Darf ich Sie etwas fragen?“, beginnt sie ihre Ausführungen. „Ist Ihnen denn nicht warm?“

Stille.

„Ich meine Ihre Kopfbedeckung.“ Mit ihren Augen macht sie das noch einmal deutlich.

Meine Frau und ihre Kollegin, die auf dem Sprung ist, schauen sich gegenseitig an. „Nein, ihr ist nicht warm“, antwortet meine Frau forsch für ihre überraschte Kollegin.

Diese will das Wort ergreifen, doch meine Frau ist noch nicht fertig. „Sie mag das so.“

Als meine Frau mir diese Geschichte beim Abendessen erzählt, weiß ich zunächst nicht, um wen es geht. Meine Frau trägt selbst seit Jahren ein Kopftuch und wird immer wieder darauf angesprochen, manchmal auch reduziert. Ich kenne viele dieser Fragen, die meine Frau und andere seit Jahren beantworten müssen.

Es muss ein natürlicher Reflex gewesen sein, als sie plötzlich ihrer Kollegin und Freundin zur Seite sprang.

„Ja, genau, ich mag das so“, ergreift auch die deutsche Kollegin nun das Wort in der Geschichte. Die Kundin ist verdutzt. „Mir ist nicht warm. Mützen sind mein Ding.“

Ob Kopftücher, Hüte oder Mützen – Kopfbedeckungen können in der Tat nerven: Selten die Träger, häufig die Betrachter. Lassen wir doch unseren Mitmenschen die Freiheit, wie sie mit ihnen umgehen. An warmen wie auch an kalten Tagen.