Um die chronisch chaotische Verkehrssituation zu entschärfen, soll eine U-Bahn als neues Mega-Projekt für Istanbul für Abhilfe sorgen.
Um die chronisch chaotische Verkehrssituation zu entschärfen, soll eine U-Bahn als neues Mega-Projekt für Istanbul für Abhilfe sorgen.

Wer schon einmal in Istanbul unterwegs war, wurde mit Sicherheit Zeuge von lästigen Begleitern: endlose Staus, zäh-fließender Verkehr und heillos überfüllte öffentliche Verkehrsmittel. Die türkische Regierung hat am Freitag ein weiteres „Mega-Projekt“ bekannt gegeben, das dem Verkehrsproblem in der 13-Millionen-Metropole zukünftig entgegenwirken soll: Für 3,5 Milliarden US-Dollar soll ein auf drei Ebenen angelegtes Tunnel-Netz inklusive U-Bahn-Strecke unterhalb des Bosporus errichtet werden.

Bereits jetzt sind zahlreiche Details zu dem gigantischen Bauvorhaben bekannt. So sollen Istanbuls bereits bestehende ober- und unterirdische Verkehrsadern mit dem geplanten U-Bahn-Netz verbunden werden. Außerdem sollen unterschiedliche Ebenen für Fahrzeuge und unterirdische Züge in das neue Verkehrsnetz integriert werden. Die U-Bahn soll als Teil eines Baubetriebs-Transfersystems konstruiert werden und dadurch der Regierung keine zusätzlichen Kosten verursachen, betonte Verkehrsminister Lütfi Elvan anlässlich des offiziellen Spatenstiches.

Der Bau des Mega-Projektes soll nach Schätzungen der Verantwortlichen fünf Jahre in Anspruch nehmen. Auch Premierminister Ahmet Davutoğlu betonte, der Bau der U-Bahn werde bis 2020 abgeschlossen sein, obwohl es noch nicht feststehe, wann es eine Ausschreibung zu dem Projekt geben werde.

Mega-Projekt: U-Bahn als „Sinnbild für Neue Türkei“

Die 6,5 Kilometer lange U-Bahn soll vom Bezirk Küçüksu auf der anatolischen Seite nach Gayrettepe auf der europäischen Seite verlaufen und auf diese Weise die beiden Seiten des Bosporus miteinander verbinden. Davutoğlu kündigte an, die U-Bahn werde die Reisezeit zwischen den unterschiedlichen Zentren Istanbuls merklich verkürzen.

Das Projekt wurde auch mit Blick auf die Parlamentswahlen im Juli angekündigt. Mit Blick auf die reiche Geschichte der Stadt pries Premierminister Davutoğlu das Bauvorhaben als äußeres Zeichen des Aufstiegs der „viertgrößten Macht nach den drei Weltreichen“, die Istanbul zur Hauptstadt gehabt hätten. „Wir marschieren mit diesem Megaprojekt auf ein brandneues Istanbul zu“, so Davutoğlu. „Und was das Wichtigste ist: Es ist ein Sinnbild für die Neue Türkei.“