Istanbul boomt. In der Istanbuler Nobelsiedlung Ataköy soll im Jachthafengebiet eine künstliche Halbinsel entstehen. Der „Mega-Jachthafen“ soll als Anbau an den bestehenden Tourismuskomplex entstehen.
Istanbul boomt. In der Istanbuler Nobelsiedlung Ataköy soll im Jachthafengebiet eine künstliche Halbinsel entstehen. Der „Mega-Jachthafen“ soll als Anbau an den bestehenden Tourismuskomplex entstehen.

Istanbul boomt. Aus dem ganzen Land strömen Menschen in die Metropole am Bosporus, um dort zu wohnen und zu arbeiten. Um dem gewaltigen Ansturm Herr zu werden, entstehen in Istanbul und Umgebung riesige Siedlungen. Dennoch ist Wohnraum weiterhin Mangelware. Auf ganz eigene Art und Weise versucht man nun, dem Mangel an noch verfügbarem Bauland entgegenzusteuern.

So soll es bereits fertige Pläne für eine 140.000 Quadratmeter künstliche Halbinsel geben. Damit würde die Insel die Größe von zehn Fußballstadien umfassen. Geplant ist das Bauprojekt als Erweiterung der Küstenlinie der Istanbuler Siedlung Ataköy zu errichten. Der Plan entstand offenbar, nachdem in der Siedlung selbst Bauland zu knapp geworden war. Der Bezirk gilt als Nobelgegend mit zahlreichen teuren Residenzen und Apartments sowie Einkaufszentren. Er grenzt an Bakırköy, einen Bezirk in der Nähe des Atatürk-Flughafens – und hat daher eine äußerst attraktive Lage. Die neue, von Menschenhand geschaffene Insel soll den Namen „Mega-Jachthafen“ tragen.

Derzeit sind in der Siedlung nur noch im Bereich des Areals, das den Namen Baruthane trägt und das zwischen dem Galleria-Einkaufszentrum und der Luftwaffenakademie liegt, Parzellen für neue Bauprojekte verfügbar. Das Areal, auf dem die Halbinsel errichtet werden soll, umfasst nicht den Hafendamm und den jüngst errichteten Jachthafen.

Aufschüttung der Halbinsel hat bereits begonnen

Der Mega-Jachthafen soll als Anbau an das Areal errichtet werden, das man heute als den Tourismuskomplex von Ataköy kennt und das auch das Galleria-Einkaufszentrum, das Sheraton-Hotel, das Jachthafenhotel Ataköy, den Jachthafen Ataköy und den Jachthafenpark Ataköy umfasst. In dem Hafen sollen große Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen können.

Der Aufschüttungsprozess für die Halbinsel hat bereits begonnen. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf dem Landweg, der zur Baustelle führt, muss das Füllmaterial mittels großer Schiffe herangeschafft werden. Auf der geplanten Halbinsel sollen auch Konferenzgebäude, Veranstaltungszentren, Restaurants und Klubs errichtet werden.

Schwerpunktmäßig sollen Büro- und Gewerbegebäude errichtet werden

Außerdem sind ein dreistöckiges Handels- und Unterhaltungszentrum, ein zweistöckiges Speiselokal mit Klub, eine zweistöckige Kongresshalle, ein fünfstöckiges Regierungsgebäude, eine fünfstöckige Verkaufshalle für Jachten, ein Open-Air-Parkplatz für 320 Fahrzeuge, Jacht-Instandhaltungshallen und mehrere Swimming-Pools für die Errichtung auf dem Areal vorgesehen.

Für die jüngsten entlang der Küste von Ataköy errichteten Gebäude wurden Baugenehmigungen zur Nutzung als Apartmenthotels erteilt, obwohl sie zuvor als Wohngebäude verkauft worden waren.

Die Gebäude auf dem anvisierten Areal sollen eine Höhe von bis zu 15,5 Metern aufweisen, was wesentlich niedriger als geplant und noch unter dem Level des fünfstöckigen Bürogebäudes und des Jachtverkaufsraumes wäre.

Rathaus von Bakırköy will keinen Bauantrag erhalten haben

Das Rathaus von Bakırköy erklärte, es sei kein offizielles Ansuchen um Erlaubnis für die Aufschüttung zum Zwecke der Errichtung einer Halbinsel eingereicht worden, es sei lediglich davon die Rede gewesen, dass die laufende Auffüllaktion die Verstärkung des Dammes zum Zweck habe.

Der Ataköy Tourismuskomplex wird derzeit von der Firma Dati-Mariners Ataköy Tourism and Construction, einer Tochter der Dati Holding, geleitet, die von Şadan Kalkavan, Fuat Miras, Gündüz Kaptanoğlu, Eşref Cerrahoğlu und Metin Kalkavan gegründet wurde.

Eigentümerin des Areals ist jedoch die staatliche Wohnungsentwicklungsgesellschaft (TOKİ). TOKİ und die Dati Holding hatten jüngst das Land besichtigt, um eine Entscheidungsgrundlage für Baugenehmigungen zu finden, die geplante Ausschreibung wurde jedoch wegen des Mangels an Bietern widerrufen. Das Bauvorhaben ist ein Megaprojekt von vielen, die in der Region Istanbul geplant sind.