Vertreter zahlreicher Glaubensgemeinschaften haben bei einem internationalen Treffen in Wien mehr Einsatz von religiösen Autoritäten gegen Vorurteile, Hass und Gewalt verlangt. Namentlich gegen die antimuslimische Propaganda mehrerer republikanischer US-Politiker wie von Donald Trump wandte sich der New Yorker Rabbiner Marc Schneier. Die Lage von Muslimen in den USA sei mittlerweile ähnlich jener von Afroamerikanern in den 1950er Jahren, sagte Schneier am Montag bei dem Treffen im König-Abdullah-Zentrum.

Anlass der Appelle war die Jahresversammlung des Beirats des von Saudi-Arabien, Spanien und Österreich getragenen Zentrums. Der Vatikan war durch Kurienbischof Miguel Angel Guixot Ayuso vom Päpstlichen Dialograt vertreten; er vertritt den Heiligen Stuhl im Vorstand des König-Abdullah-Zentrums.

Der Dialogbeauftragte des israelischen Großrabbinats, Rabbiner David Rosen, sagte, Papst Franziskus mache vor, was Religion im Positiven leisten könne. Auch viele Nichtkatholiken bewunderten den Papst. Das zeige, dass Menschen Symbole für ihre Sehnsüchte und Hoffnungen brauchten. Der Blick auf Franziskus zeige aber auch, dass Religionsführer noch stärker aus ihren Gemeinschaften hinausgehen müssten.

Der libanesische sunnitische Dialogberater Muhammad Sammak warnte, der Nahe Osten würde religiös einheitlich, wenn Christen weiter aus der Region abwanderten. Der Nahe Osten brauche das Christentum. Auch an der islamischen Kultur seien in der Geschichte Juden, Christen und Muslime gleichermaßen beteiligt gewesen. (KNA/dtj)