Türkische Soldaten rüsten am 23.01.2018 in der Region Hatay (Türkei), nahe der syrischen Grenze, ihre Panzer aus. Die Türkei hat am 20.01. die Offensive «Olivenzweig» gegen kurdische Milizen in der syrischen Provinz Afrin gestartet. Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Seit dem Beginn der Militäroffensive gegen kurdische Milizen in Nordwestsyrien vor einem Monat wurden insgesamt 786 Menschen in der Türkei wegen «Terrorpropaganda» festgenommen. 587 davon seien in dem Zeitraum wegen Äußerungen in den sozialen Medien in Gewahrsam genommen worden, teilte das Innenministerium am Montag mit. Der Rest sei festgenommen worden, weil sie an Protesten teilgenommen hätten.

Die türkische Armee hatte am 20. Januar eine Offensive gegen die kurdische Miliz YPG in Nordwestsyrien begonnen. Die türkische Polizei geht seitdem immer wieder gegen Kritiker des Militäreinsatzes vor. Die bekannte Journalistin und Aktivistin Nurcan Baysal wurde etwa vorübergehend festgenommen. Die Ermittlungen gegen sie wegen «Terrorpropaganda» gehen weiter. Auch gegen Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP wird ermittelt.

Die Türkei betrachtet die mit den USA verbündete Miliz YPG als syrischen Ableger der verbotenen Terrororganisation PKK. Die PKK steht in der Türkei, der EU und den USA auf der Terrorliste.

dpa