Das Axel-Springer Medienhaus zieht sich offenbar zurück aus der Partnerschaft mit der Dogan-Mediengruppe. Die Dogan-Medien Hurriyet und Cnn Turk stehen vor dem Übertritt in den regierungsnahen Medien-Pool in der Türkei

Springer will sich aus dem türkischen Medienunternehmen Dogan TV komplett zurückziehen. Das teilte der Konzern am Donnerstag auf Anfrage in Berlin mit. Zuvor war bekannt geworden, dass Dogan, die größte Mediengruppe der Türkei, für rund 1,1 Milliarden Dollar (890 Mio Euro) an ein regierungsnahes Familienunternehmen verkauft werden soll.

Springer sei seit Januar 2007 als Investor an der Dogan TV Holding A.S. beteiligt und habe diese Beteiligung in den vergangenen Jahren sukzessive zurückgefahren. «Das Unternehmen hält derzeit noch 7 Prozent an der Dogan TV Holding, es gibt aber die klare Absicht und auch entsprechende Vereinbarungen, sich komplett zurückzuziehen.» Näher äußerte sich Springer nicht.

Übertritt in den Medien-Pool von Hürriyet und CNN Türk beschlossen

Der Dogan-Konzern hatte am Donnerstag mitgeteilt, er führe Gespräche über eine Übernahme seiner Mediengruppe, zu der die Sender CNN Türk, die Zeitung «Hürriyet» und die Nachrichtenagentur DHA gehören, durch die Demirören-Holding. Die Demirören-Familie steht dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner AKP-Regierung nahe.

Mit dem Deal würde die türkische Medienlandschaft fast vollständig von regierungsnahen Konzernen kontrolliert. Springer hatte bereits früher angekündigt, seine Beteiligung an Dogan schrittweise aufzugeben.

dpa