Neymar und Fred führen Weltmeister Spanien vor - 3:0

Im legendären Maracanã-Stadion begann der Jubel gegen den amtierenden Weltmeister Spanien schon sehr früh. Bereits in der zweiten Minute spitzelte Fred aus einer unübersichtlichen Situation im Fünfmeterraum fast artistisch den Ball über die spanische Torwart-Legende Casillas. Nach dem kleinen Schock verhiellten sich die Gäste erst mal unbeeindruckt und zeigen, dass sie nicht umsonst Welt- und Europameister wurden.

Die Stars von der iberischen Halbinsel quetschten die „Seleção“ mit ihrem bewährten „Tiki-Taka“-Mechanismus in die eigene Spielhälfte und erspielten sich die eine oder andere Möglichkeit zum Ausgleich. Der Weltranglisten-22. behielt jedoch die Ruhe, blockierte die Passwege von Iniesta und Xavi und versuchte die schwankende Hintermannschaft der „Roja“ (bereits in der 15.Minute Gelb für Verteidiger Arbeloa und in der 28.Minute für Sergio Ramos) mit Hulk und Neymar auszukontern.

Dies gelang den Brasilianern auch gut, denn nach der vergebenen 100-prozentigen Torchance von Pedro (David Luiz rettet im letzten Moment auf der Torlinie) kombinierte die „Seleção“ fast schon spanisch am gegnerischen Strafraum: Ausgerechnet FC Barcelonas Neuzugang Neymar verwandelte kurz vor der Halbzeit (44.Minute) nach Zuspiel von Oscar am Sechzehner mit einem harten und platzierten Schuss in die Torwartecke – 2:0! Das Stadion tobte und der Enthusiasmus erreichte seinen Höhepunkt. Schließlich ging es um den Konföderationspokal und man führte überlegen gegen Spanien, das immerhin seit 29 Pflichtspielen ungeschlagen war.

„Seleção-Samba“ lenkt das Land vom politischen Alltag ab

Auch die zweite Spielhälfte begann recht flott, denn der Weltmeister steckte nicht auf und wollte zurückkommen. Für den gelb-belasteten Arbeloa kam Azpilicueta und noch bevor die Elf von Vicente del Bosque sich auf das Spiel konzentrieren konnte, nutzte Oscar diese Unachtsamkeit, spielte flach zu Fred, der halblinks den Ball an Casillas vorbeischob – 3:0 in der 47.Minute! Spanien lag am Boden, aber die „Roja“ wollte sich nicht so früh geschlagen geben und drückte erbittert in Richtung brasilianisches Tor. Auch eine weitere spanische Tormöglichkeit wurde nicht ausgenutzt: Ramos verschoss einen Foulelfmeter in der 55.Minute und Gerard Piqué sah dann auch noch nach einem rustikalen Einsatz gegen Neymar Rot. Es wirkte schon fast blamabel und erinnerte an das Spiel in München in der vergangenen Champions-League-Saison, wo die Bayern mit 4:0 den FC Barcelona vom Platz fegten.

Am Ende ist es soweit: Rekordweltmeister Brasilien gewinnt bereits zum vierten Mal (dritte Mal in Folge) den Confed-Cup und präsentiert sich entschlossen mit Blick auf das nächste Jahr – man will im eigenen Land zum sechsten Mal den begehrten Weltpokal holen. Bei den Buchmachern ist die Mannschaft mittlerweile Topfavorit.

Das Finale um Platz 3 entschied übrigens nach einem flotten Spiel Italien mit 3:2 im Elfmeterschießen gegen Uruguay für sich, nachdem es nach 120 Minuten 2:2 (1:0) geheißen hatte. Uruguays Rekordnationalspieler Diego Forlán vergab dabei zum bereits zweiten Mal im Turnier einen Elfmeter, die Südamerikaner scheiterten insgesamt drei Mal an Italiens Torhüterlegende Buffon.