Die Amerikanische National Football League spricht derzeit über einen Vorfall vom Wochenende, der landesweit für Unverständnis sorgt.

Husain Abdullah, seines Zeichens Football-Profi bei den Kansas City Chiefs, gelang im Spiel gegen New England Patriots der zweite Touchdown seiner Karriere. Doch nicht über diesen persönlichen Erfolg schrieben die Medien im Anschluss, sondern über seine Gebetspose – und die Bestrafung durch die Schiedsrichter.

Nach dem Touchdown hatte sich Abdullah auf den Boden gekniet und für wenige Sekunden eine typisch muslimische Gebetshaltung eingenommen. Die Unparteiischen sahen darin einen „übertriebenen Jubel“ und ahndeten dies mit dem vom Regelwerk vorgeschriebenen Distanzverlust von fünfzehn Yards für die Chiefs. Die sechs Punkte für den Spielzug zählten.

Keine Strafen für christliche Gebetsposen

Der Fall sorgt für Empörung, da Gebetsposen anderer, etwa christlicher Spieler, seit Jahren nicht nur toleriert, sondern auch als vorbildlich eingestuft werden. So wurde Quarterback Tim Tebow (Denver Broncos) vor allem dank seiner Gebete nach erfolgreichen Spielzügen bekannt. Tebow, überzeugter Christ, kniete sich nach erfolgreichen Touchdownpässen nieder, stützte den Kopf auf die Hand und dankte Gott. Diese Geste fand mit dem Wort „tebowing“ Eingang in die Football-Sprache. Tebow spielt mittlerweile nicht mehr in der NFL.

Abdullahs Agent schrieb auf Twitter: „Wenn die NFL Abdullah für seinen Jubel mit einer Geldbuße bestrafen will, gibt es Ärger“. Ein NFL-Pressespecher twitterte, dass Abdullah hätte nicht bestraft werden dürfen.

Der muslimische Football-Profi selbst reagierte gelassen. „Ich war wohl ein bisschen zu sehr aus dem Häuschen“, sagte er nach dem Duell, das seine Farben übrigens deutlich mit 41:14 für sich entschieden.