Der türkische NBA-Profi Enes Kanter hat ein Problem mit seiner Familie – beziehungsweise sie mit ihm. Am Montag wurde ein Brief seines Vaters bekannt, in dem er bekannt gibt, dass Enes nicht mehr sein Sohn sei.

Hintergrund ist die Sympathie des Basketballers für die Hizmet-Bewegung, die laut Ansicht der türkischen Regierung und Präsident Erdoğan hinter dem Putschversuch vom 15. Juli steckt. Die Bewegung geht zurück auf die Ideen des Predigers Fethullah Gülen, der seit 1999 im US-Exil lebt und eine Verstrickung vehement bestreitet. Die Bewegung wird deswegen auch Gülen-Bewegung genannt.

„Wir haben ihn mehrfach gewarnt, aber er wollte nicht hören. Wir denken, dass er von der Bewegung in Hypnose versetzt wurde. Ich habe nicht mehr einen Sohn namens Enes. Die gesamt Familie denkt so. Wir stoßen ihn ab und distanzieren uns von ihm. Wir möchten, dass er alsbald seinen Nachnamen ändert. Wir möchten uns beim Präsidenten und den türkischen Volk dafür entschuldigen, dass wir solch ein Kind haben“, schrieb sein Vater Mehmet Kanter in Sozialen Medien.

Der Center reagierte darauf ebenfalls mit einem Brief. Er werde weiterhin ein Anhänger der Bewegung bleiben, denn er habe ihr viel zu verdanken. Sein Vater und seine Familie sei von nun an Fethullah Gülen. Er sei bereit, auf seine biologische Familie auf diesem „gesegneten Weg“ zu verzichten. Unterschrieben war der Brief mit „Enes (Kanter) GÜLEN“.