50 nigerianische Studenten des Landes verwiesen

Krise zwischen Nigeria und T端rkei: Botschafter einbestellt

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In dem westafrikanischen Land Nigeria gibt es insgesamt 17 Schulen der Hizmet-Bewegung. Weil die Regierung in Abuja Ankaras Forderung, die Schulen zu schlieen, nicht nachkommt, sind nun 50 in der T端rkei eingeschriebene nigerianische Studenten am Flughafen Istanbul erst in U-Haft genommen und dann desLandes verwiesen worden.

Eine von ihnen ist Rukkaya Usman. Sie studierte an der privaten Stiftungsuniversit辰t Melikah im zentralanatolischen Kayseri Politikwissenschaften. Der englischsprachigen Tageszeitung Nigeria News Today sagte sie, dass es als Studentin ihr letztes Jahr sei und die t端rkischen Beamten am Flughafen ihr nicht genau erkl辰ren konnten, warum sie ihr Studium in der T端rkei nicht fortsetzen k旦nne: “Es war immer die Rede von einem neuen Gesetz.”

Zwei weitere Studenten aus Nigeria, die nach dem gescheiterten Putsch verhaftet wurden, sitzen seit Wochen im Hochsicherheitsgef辰ngnis von Silivri. Es handelt sich dabei um Hassan Danjuma Adamu und Muhammad Alhaji Abdullahi. Beide studierten an der aus der Hizmet-Bewegung hervorgegangenenFatih-Universit辰t in Istanbul.Seitens der t端rkischen Regierung gibt es keine offizielle Stellungnahme zu dem aktuellen Vorfall.

Ankara schliet alle Bildungseinrichtungen der Hizmet-Bewegung

Beide Universit辰ten – Melikah und Fatih – wurden nach dem gescheiterten Putsch gemeinsam mit anderen, 端ber 2000 Bildungseinrichtungen der Hizmet-Bewegung, die in der deutschen ffentlichkeit eher als G端len-Bewegung bekannt ist, geschlossen.

Die AKP-Regierung f端hrt nunmehr seit 端ber drei Jahren einen erbitterten Vernichtungsfeldzug gegen den Prediger Fethullah G端len und die um ihn entstandene Bewegung. Ankara spricht von der sogenannten “FET”, wenn die Rede vonder Bewegung istund wirft ihr vor, den gescheiterten Putsch geplant zu haben. Noch vor einigen Jahren waren AKP-Politiker voll des Lobes, wenn es um die Bewegung und ihre Arbeit ging. Obwohl die Regierungdie Bewegung mittlerweile alsTerrororganisation einstuft, hat sie weder f端r ihre Beteiligung an dem Putsch noch andere Gewaltakteeinen Beweis vorlegen k旦nnen. Von den USA verlangt die T端rkei die Auslieferung G端lens.

Das Vorgehen der t端rkischen Beh旦rdengegen die nigerianische Studentengruppe hat derweil zu einer diplomatischen Krise mit dem westafrikanischen Land gef端hrt. Die Regierung in Abuja bestellte den t端rkischen Botschafter ein und forderte eine Erkl辰rung f端r das Vorgehen Ankaras. Abuja sieht darin einen “Vergeltungsschlag, weil man Forderungen der AKP-Regierung die Hizmet-Schulen zu schlieen”, nicht nachgekommen sei. Der t端rkische Pr辰sident Recep Tayyip Erdoan war zuletzt im Fr端hjahr im afrikanischen Land, um der Forderung vor Ort Ausdruck zu verleihen.

Vorsitzende des Ausschusses f端r Auslandnigerianer sieht Ungleichbehandlung

Auch traf sich das Repr辰sentantenhaus des Landes zu einer auerordentlichen Sitzung, um 端ber den Fall zu beraten. Anschlieend forderte sie die T端rkei auf, beide inhaftierten Studenten freizulassen und sich zu entschuldigen, berichtet Nigeria News Today.

Die Vorsitzende des Ausschusses f端r Auslandnigerianer, Rita Orji, behauptete zudem, dass auf der geschlossenen Fatih-Universit辰t nicht nur Studenten aus Nigeria, sondern aus insgesamt 102 L辰ndern immatrikuliert gewesen seien, jedoch nur Studenten aus ihrem Lande schlecht behandelt w端rden.