16.04.2021, Berlin: Muslime lassen sich vor der Dar-as-Salam-Moschee im Bezirk Neukölln auf Corona testen, bevor sie den Gebetsraum betreten. Während des Fastenmonats Ramadan informiert die Beauftragte für Integration und Migration mit einer Initiative mehrsprachig über das Testen und Impfen gegen Covid-19. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Islamverbände in Deutschland haben Muslim:innen angesichts vielerorts drohender Ausgangsbeschränkungen zu besonderer Zurückhaltung im Ramadan aufgerufen.

Mit Blick auf das allabendliche gemeinsame Fastenbrechen (Iftar) nach Sonnenuntergang mahnte der Zentralrat der Muslime (ZMD) am Freitag in einem Rundbrief an die Gemeinden zum Verzicht. Das geänderte Bundesinfektionsschutzgesetz lasse zwar bei Zusammenkünften zur Religionsausübung gewisse Spielräume, schrieb der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. Die Gemeinden sollten aber von Ausnahmeregelungen möglichst keinen Gebrauch machen und auf Nacht- und Morgengebete in der Moschee verzichten.

Auch bei privaten Zusammenkünften greife die neue, sogenannte Corona-Notbremse des Bundes: Bei einer Wocheninzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner dürften Angehörige eines Haushalts zum Iftar nur noch eine weitere Person einschließlich Kindern einladen, betonte der ZMD. Die Ditib als größte Islam-Organisation in Deutschland hatte schon vor einer Woche klargestellt, dass in der dritten Corona-Welle in den Moscheen kein abendliches Iftar stattfinden könne. Zudem gebe es bei hohen Inzidenzwerten auch keine Gottesdienste in den Moscheen.

Auch Ditib warnt

Eine Ditib-Sprecherin wies am Freitag darauf hin, dass die Zentralmoschee in Köln schon seit einer Woche von einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung betroffen sei. Die Domstadt hatte diese am 16. April für 21.00 bis 05.00 Uhr verhängt. Nacht- oder Morgengebete seien dort nicht möglich. Der Fastenmonat hatte in diesem Jahr am 13. April begonnen. Gläubige nehmen von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang keine Nahrung und Getränke zu sich.

Der ZMD warb ausdrücklich für Corona-Schutzimpfungen. Bei der Ditib hieß es, eine Impfung gegen Corona habe keinerlei Auswirkungen auf das Fasten und mache es nicht ungültig.

dpa/dtj

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