Der in der Türkei inhaftierte Chef der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, hat den griechischen Staat verklagt. Athen habe ihm 1999 keinen Schutz gewährt, sondern nach Kenia geschickt, wo er von türkischen Geheimagenten entführt und in die Türkei gebracht wurde, sagten seine Rechtsanwälte am Mittwoch in Athen zur Begründung. Eine konkrete Schadensersatzforderung nannten sie nicht, es gehe vielmehr um die Feststellung, dass Öcalan Unrecht getan worden sei. Der Prozess soll nach diesen Angaben kommenden Montag in Athen beginnen.

„Der griechische Staat hat die Rechte Öcalans verletzt“, sagte Giannis Rachiotis, einer der Rechtsanwälte des PKK-Führers. Öcalan sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis auf der türkischen Insel İmralı wegen Terrorismus eine lebenslängliche Haftstrafe ab.

Öcalan war 1999 illegal nach Griechenland eingereist und hatte nach Worten seines Rechtsanwalts einen Asylantrag gestellt. Griechische Geheimagenten brachten ihn jedoch in die kenianische Hauptstadt Nairobi, um eine Krise mit der Türkei abzuwenden. Öcalan blieb zunächst in der griechischen Botschaft in Nairobi. Beim Versuch, zum Flughafen von Nairobi zu kommen, um weiter auf die Seychellen zu fliegen, wurde Öcalan von türkischen Agenten entführt. Der damalige griechische Außenminister Theodoros Pangalos musste deshalb zurücktreten. (dtj/dpa)