Ibrahim Olgun (l), Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), und IGGiÖ-Generalsekretär Ramazan Demir (r) und weitere 300 Imame unterzeichnen am 14.06.2017 im islamischen Zentrum in Wien (Österreich) eine Erklärung gegen Extremismus. Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Mehr als 300 islamische Geistliche haben in Österreich eine Deklaration gegen Extremismus und Terrorunterzeichnet. Öffentlich stellten sich die Imame am Mittwoch in Wien gegen jede Form der Gewalt. «Wir verurteilen terroristische Gewalttaten in der ganzen Welt», hieß es in dem Schreiben, das in Österreichs größter Moschee präsentiert wurde. Die Gräueltaten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) widersprächen dem Islam. Die Terroristen missbrauchten eine friedliche Religion, um ihre politischen Ziele zu verfolgen.

Zudem appellierten die Unterzeichner an die 700 000 Muslime in Österreich, einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben zu leisten. Die Gläubigen sollten sich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens einbringen. Gleichzeitig warnten sie vor Rassismus gegenüber Muslimen. Die aufgeheizte Stimmung sei «perfekter Nährboden für extremistische Tendenzen».

Mit dem Schritt folgten die österreichischen Imame ihren britischen Amtsbrüdern. Mehr als 130 Imame hatten dort den mutmaßlichen Attentätern Anfang Juni in London das muslimische Totengebet verweigert. «Solche unvertretbaren Handlungen sind nicht mit den edlen Lehren des Islams zu vereinen», hieß es in der Stellungnahme.

Am kommenden Samstag wollen auch Muslime in Köln gegen Terrorismus demonstrieren.

dpa/dtj