Grünen-Chef Cem Özdemir hat die Türkei für ihren Umgang mit dem Islamischen Staat (IS) kritisiert. „Sie hat ISIS geduldet“, sagte er am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Es spräche einiges dafür, dass der Anschlag in Istanbul nun eine Rache dafür sein könnte, dass die Türkei sich der Allianz gegen den Terror angeschlossen hat. Die Türkei müsse nun aufräumen mit dem IS – „und zwar glaubwürdig“.

Die Linke-Politikerin Sevim Dağdelen warf der türkischen Regierung vor, IS zu unterstützen. „Es sind islamistische Terrormilizen, die von der türkischen Regierung, einem Nato-Partner, bewaffnet werden“, sagte sie im Deutschlandfunk. Sie forderte eine Abriegelung der türkisch-syrischen Grenze, um einen Nachschub an Waffen und Kämpfern aus der Türkei zu verhindern.

Dağdelen geht außerdem davon aus, dass der Syrien-Einsatz der Bundeswehr die Terrorgefahr in Deutschland „akut und konkret“ erhöht. „Ein Bombenkrieg wird den IS so nicht schwächen“, erklärte sie.

Präsident Erdoğan betonte am Dienstag, dass kaum ein anderes Land so sehr vom IS-Terror gefährdet sei wie die Türkei. „Ob DAESH oder PKK, wir werden alle Terrororganisationen weiter hart bekämpfen“, betonte er. Der Attentäter von Istanbul stammt seinen Angaben zufolge aus Syrien. Auch Saudi-Arabien wurde als mögliches Herkunftsland genannt. (dpa/dtj)