ARCHIV - Faruk Arslan (2.v.r), der Sohn der getöteten Bahide Arslan und Vater der ebenfalls getöteten Yeliz Arslan, geht am 17.11.2012 auf der Demonstration "Mölln '92 - Gedenken und anklagen" durch die Innenstadt von Mölln. Die Brandanschläge von Mölln erschütterten weltweit. Bei einer rassistisch motivierten Tat kamen Menschen ums Leben. Ein Vierteljahrhundert später wird an die Taten erinnert - von der Stadt Mölln und den Familien der Opfer. Foto: Malte Christians/dpa

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat im Gedenken an die Opfer der rassistischen Brandanschläge vor 25 Jahren in Mölln zum anhaltenden Kampf gegen Rassismus aufgerufen. „Die von Neonazis verübten Brandanschläge waren eine Zäsur und ein Wendepunkt zugleich.  Sie lösten einen gesellschaftlichen Aufschrei gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit aus, zeigten aber auch eine gewisse Ohnmacht“, sagte Özoguz am Donnerstag in Berlin.

Inzwischen sei der zivilgesellschaftliche Widerstand gegen Rechtsextremismus gewachsen, Bund und Länder hätten viele Programme und Initiativen gegen Rassismus aufgelegt. „Aber der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist aktueller denn je. Die Zahl rechtsextremer Straftaten hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen“, mahnte Özoguz. Zugleich griffen Rechtspopulisten den Zusammenhalt in der vielfältigen deutschen Gesellschaft an. „Muslimen wird ihr Glauben, Eingebürgerten wird das Deutschsein abgesprochen.“

Drei Menschen waren 1992 in Mölln gestorben 

In der Nacht zum 23. November 1992 verübten rechtsextremistische Täter Brandanschläge auf zwei von türkischen Familien bewohnte Häuser in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Mölln. Dabei kamen zwei Mädchen im Alter von 10 und 14 Jahren sowie deren 51-jährige Großmutter ums Leben; neun Menschen wurden teils schwer verletzt.

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dpa/dtj