Auf der Online-Plattform change.org haben inzwischen 213.000 eine Petition unterschrieben, in der sie für die inzwischen verstorbene Tuğçe A. für ihre Zivilcourage das Bundesverdienstkreuz fordern. Der Mut der jungen Gelnhausenerin soll damit nicht in Vergessenheit geraten. Sowohl Bundeskanzlerin Merkel als auch Bundespräsident Gauck denken über eine solche Geste nach.

Offenbacher Politiker wollen Brücke nach Tuğçe A. benennen

Auch Politiker in Offenbach wollen nicht, dass der Name der Studentin in Vergessenheit gerät. Sie wollen an diesem Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung über einen Antrag der CDU beraten, wonach eine Hafenbrücke nach der jungen Frau benannt werden soll. „Mit ihrem Einsatz für andere ist sie ein leuchtendes Beispiel für Zivilcourage auch und gerade für junge Menschen“ würdigt Peter Freier die Verstorbene“, begründet die CDU Offenbach ihre Entscheidung in einer Mitteilung.

Täter stand unter Alkoholeinfluss

Inzwischen kommen immer mehr Details über die Hintergründe des Angriffs auf die Deutschtürkin zum Vorschein. So stand der Angreifer zur Tatzeit offenbar unter Alkoholeinfluss. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel soll der Täter nach einem von der Polizei durchgeführter Alkoholtest rund zwei Stunden nach der Tat einen Wert von rund 1,4 Promille ausgeweisen haben.

Anwalt von Tuğçes Familie sieht keinen Grund für Strafminderung

In einem Interview mit dem türkischen TV-Sender Samanyolu Avrupa sieht der Anwalt der Familie, Macit Karaahmetoğlu, darin aber keinen Grund für eine Strafminderung für den 18-jährigen Täter. „Bei dieses Werten kann man nicht von einer Strafminderung sprechen. Zudem sieht man ganz klar auf den Aufnahmen der Überwachungskamera, dass auch wenn er unter Alkoholeinfluss stand, dieses ihn nicht allzu sehr beeinflusst hat“.

Täter drohen bis zu 10 Jahren Haft

Dem Täter wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen dem in Untersuchungshaft sitzenden Heranwachsenden eine Freiheitsstrafe zwischen drei und zehn Jahren. Aufgrund seines jungen Alters es sehr wahrscheinlich, dass Sanel M. nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wird.

Tuğçe A. wollte am 15. November auf einer Toilette in einer McDonalds-Filiale zwei von einer Gruppe junger Männer bedrängten Mädchen helfen. Später hatte einer der Männer auf dem Parklplatz des Schnellrestaurants ihr den Hieb gegen die Schläfe verpasst, in dessen Folge sie mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Nach zwei Wochen im Koma erlag die Gelnhausenerin ihren Verletzungen.