Brasilianische Bundespolizisten untersuchen am 05.09.2017 in Rio de Janeiro (Brasilien) das Haus des brasilianischen Organisations-Chef Nuzman. Wegen des Verdachts auf Stimmenkäufe vor der Vergabe der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 gerät der brasilianische Organisations-Chef schwer unter Druck. Foto: Silvia Izquierdo/AP/dpa

Wegen des Verdachts auf Stimmenkäufe vor der Vergabe der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 gerät der brasilianische Organisations-Chef Carlos Arthur Nuzman schwer unter Druck.  Im Rahmen einer Großrazzia durchsuchte die Bundespolizei am Dienstag das Anwesen von Nuzman in Rio de Janeiro, sowie den Sitz des Organisationskomittes. Computer und Dokumente wurden beschlagnahmt, wie das Portal «O Globo» berichtete.

Nuzman stehe unter Verdacht, afrikanische Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit Geldzahlungen für eine Zustimmung zu Olympia in Rio geködert zu haben. Laut Staatsanwaltschaft gebe es «starke Indizien». Nuzman ist auch Präsident des Nationalen Olymischen Komitees. Er soll zum Verhör vorgeladen worden sein und seinen Pass abgegeben haben. Berichten zufolge soll unter anderem die Stimme des langjährigen Chefs des Weltleichtathletik-Verbandes und IOC-Mitglieds Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein. Rio hatte sich bei der Abstimmung 2009 gegen die Mitbewerber Madrid, Tokio und Chicago durchgesetzt.

Im Rahmen der Operation «Schmutziges Spiel» werden Verbindungen zu Offshore-Konten auf den Britischen Jungferninseln sowie zu Konten in den USA und auf Antigua und Barbuda untersucht. An der Operation sind auch französische Strafbehörden beteiligt – hier liegt auch der Ausgangspunkt der Korruptionsermittlungen. Insgesamt wurden laut «O Globo» elf Durchsuchungsbefehle ausgestellt. 

Für das IOC um Präsident Thomas Bach kommt der mögliche Korruptionsskandal zu einem heiklen Zeitpunkt: In der kommenden Woche kommt das IOC in der peruanischen Hauptstadt Lima zu seiner Vollversammlung zusammen, dabei soll am 13. September die Vergabe der Spiele 2024 nach Paris und für 2028 nach Los Angeles gebilligt werden. 

dpa/dtj

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