Der Vierte Offizielle soll den Istanbuler Co-Trainer Pierre Webo mit dem in Deutschland als "N-Wort" umschriebenen Begriff beleidigt haben. Aus Protest hatten beide Mannschaften den Platz verlassen. Foto: Screenshot/Youtube

Nach dem Rassismusvorfall beim Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Başakşehir Istanbul hat die Europäische Fußball-Union ein Verfahren gegen zwei rumänische Schiedsrichter eröffnet.

Wie die UEFA am Donnerstag mitteilte, werde gegen Sebastian Constantin Coltescu und Octavian Sovre wegen eines möglichen Verstoßes gegen Artikel 11 der Disziplinarregeln ermittelt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung durch den UEFA-Ethik- und Disziplinarinspektor. Weitere Informationen gebe es, sobald die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA „zu gegebener Zeit“ eine Entscheidung getroffen habe.

Am 8. Dezember 2020 war das Spiel zwischen dem französischen Meister und dem türkischen Club abgebrochen worden. Der Vierte Offizielle soll den Istanbuler Co-Trainer Pierre Webo mit dem in Deutschland als „N-Wort“ umschriebenen Begriff bezeichnet haben. Webo und auch Ex-Bundesliga-Profi Demba Ba waren anschließend zu hören, wie sie lautstark darauf hinwiesen, dass die Schiedsrichter bei einem weißen Spieler auch nicht „der Weiße“ gesagt hätten, um diesen zu identifizieren. Webo hatte in der Partie Rot gesehen.

Aus Protest hatten dann beide Mannschaften den Platz verlassen. Einen Tag später gewann Paris das Spiel mit 5:1. Der Fall hatte international hohe Wellen geschlagen und zu zahlreichen Protesten und Solidaritätsbekundungen geführt.

dpa/dtj